KlosterBielefeld

Kloster Müdehorst

Kloster Müdehorst

Bodendenkmal

Das Kloster Müdehorst, auch als Stift Müdehorst bekannt, ist eine historische Klosteranlage in Bielefeld, Nordrhein-Westfalen. Es zählt zu den ältesten monastischen Gründungen in Westfalen und ist heute als Kulturdenkmal geschützt.

Geschichte+

Die Gründung des Klosters Müdehorst erfolgte um das Jahr 789 im heutigen Bielefelder Stadtbezirk Dornberg, genauer in der Gemarkung Niederdornberg-Deppendorf. Diese Einrichtung entstand im Zuge der Christianisierung Sachsens, die nach der Taufe Herzog Widukinds im Jahr 785 intensiviert wurde. Müdehorst gilt als das erste Frauenstift oder -kloster im sächsischen Raum. Die genauen Abläufe der Gründung sind aufgrund fehlender Königsurkunden schwer zu rekonstruieren. Der Edle Waltger, der um 825 verstarb, versuchte, eine Klosterkirche in Müdehorst zu errichten. Eine überlieferte Lebensbeschreibung aus dem 12. Jahrhundert, die Vita sancti Waltgeri, berichtet von seinen Bemühungen, einen geeigneten Ort für eine Klostergemeinschaft zu finden. Obwohl er die Fundamente legte, wurde das Vorhaben aufgrund einer göttlichen Weisung aufgegeben. Die Bauten wurden nicht vollendet, möglicherweise weil das Gelände im Mündungswinkel von Schwarzbach und Beckendorfer Mühlenbach zu beengt war. Die Gründung in Müdehorst wurde zugunsten einer Neugründung bei Alt-Herford aufgegeben, die jedoch ebenfalls scheiterte. Erst das spätere Stift Herford war erfolgreich. Die Verlegung aus Müdehorst wird auf den Zeitraum zwischen 800 und 823 datiert.

Lage+

Das ehemalige Kloster Müdehorst befindet sich in der Stadt Bielefeld, im Bundesland Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Es liegt im Stadtbezirk Dornberg, genauer in der Gemarkung Niederdornberg-Deppendorf.

Vor Ort+

Im Jahr 1948/49 wurden bei Ausgrabungen Mauerreste eines Bauwerks aus Kalksteinen entdeckt, die als Teile der Klosterkirche interpretiert wurden. Diese bis zu einem Meter breiten Grundmauern wurden als Bodendenkmal klassifiziert und zum Schutz wieder verfüllt. Neuere Grabungen in den Jahren 1991/92 bestätigten die Existenz der Fundamente und ermöglichten die Bestimmung der Kirchengröße mit 32,5 Metern Länge und 10 Metern lichter Weite. Der steinerne Bau orientierte sich offenbar an irisch-angelsächsischen Vorbildern. Um das über 1200 Jahre alte Bodendenkmal dauerhaft zu sichern, wurden die Grundmauern 2018 erneut freigelegt, mit Kies verfüllt und mit Bruchsteinplatten ebenerdig abgedeckt, um den Grundriss der Kirche sichtbar zu erhalten. Das Bodendenkmal wurde am 14. April in die Denkmalliste der Stadt Bielefeld eingetragen.

In der Naehe+
  • Woermannscher Adelshof (Herren- und Gutshaus, 5292 m)
  • Adelshof Meinders (Herren- und Gutshaus, 5397 m)
  • Adelshof Waldhof (Herren- und Gutshaus, 5476 m)
  • Adelshof Grestscher Hof (Herren- und Gutshaus, 5490 m)

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Chris06 / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 52.0658, 8.5031