Privat
Kloster Lippoldsberg

Das ehemalige Kloster Lippoldsberg, auch als Lipsberg bekannt, liegt im nördlichen Hessen an der Weser und bildete den historischen Ursprung des gleichnamigen Ortes. Es war ein bedeutendes Benediktinerinnenkloster, dessen Geschichte eng mit der Entwicklung der Region verbunden ist.
Geschichte+
Die Ursprünge des Klosters reichen bis in die Mitte des 11. Jahrhunderts zurück, als Erzbischof Lippold von Mainz in der heutigen Gegend von Lippoldsberg eine erste Holzkirche errichten ließ. Die strategisch günstige Lage an einer Weserfurt und einem wichtigen Handelsweg war hierfür ausschlaggebend. Erzbischof Siegfried, Lippolds Nachfolger, gelobte während seiner Gefangenschaft im Investiturstreit, eine steinerne Kirche zu Ehren des heiligen Georg zu bauen. Im Jahr 1086 gründete Erzbischof Ruthard an diesem Ort ein Frauenkloster oder Stift, und bis etwa 1093 entstanden die ersten Klosteranlagen. Die Benediktinerinnen, die sich den Regeln der Hirsauer Reform verpflichteten, wurden erstmals zwischen 1099 und 1101 in einer Urkunde erwähnt. Unter Propst Gunther wurde um 1151 eine neue, durchgewölbte Kirche geweiht, die als erster Bau dieser Art in der Region gilt. Das Kloster florierte, und die Nonnen widmeten sich intensiv dem Kopieren von Büchern, wodurch die Klosterbibliothek eine beachtliche Größe erreichte. Die Reformation im 16. Jahrhundert führte zu einem allmählichen Niedergang des Klosters. Nach einem Aufnahmestopp für Novizinnen in den 1540er Jahren starb der Konvent aus, und mit dem Tod der letzten Äbtissin im Jahr 1569 endete die eigenständige Geschichte des Klosters Lippoldsberg. Die Klosterkirche ging in den Besitz der evangelischen Gemeinde über.
Lage+
Das Kloster Lippoldsberg befindet sich in der Region Kassel in Hessen, Deutschland, auf einer Höhe von etwa 121 Metern über dem Meeresspiegel.
Vor Ort+
Die ehemalige Klosterkirche wird heute von der evangelischen Gemeinde genutzt. Teile der Klosteranlage wurden im Laufe der Jahrhunderte umgebaut, unter anderem zu einem Jagdschloss. Der Kirchturm, der im Dreißigjährigen Krieg beschossen wurde, erhielt bis 1667 eine Erneuerung und um 1713 eine barocke Haube.
In der Naehe+
- Burgruine Gieselwerder (Burg, ca. 2859 m entfernt)
- Schlossruine Freudenthal (Schloss, ca. 6295 m entfernt)
- Benediktinerinnenkloster Gottsbüren (Kloster, ca. 6506 m entfernt)
- Schloss Nienover (Schloss, ca. 6609 m entfernt)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 51.6254, 9.5575