Kulturdenkmal, Forellenteiche, archäologische Grabungsstätte
Kloster Himmelpforten

Das ehemalige Augustiner-Eremitenkloster Himmelpforten, heute meist kurz Himmelpforte genannt, war einst ein bedeutendes Sakralgebäude im Harz. Es liegt in Sachsen-Anhalt, nahe dem Ortsteil Hasserode von Wernigerode, und ist als Kulturdenkmal ausgewiesen. Die Überreste dieser Anlage befinden sich in einem geschützten Waldtal und zeugen von einer langen Geschichte.
Geschichte+
Die Gründung des Klosters erfolgte im Jahr 1253 durch die Herren von Hartesrode. Sie wählten ein Waldtal nordöstlich ihrer Wasserburg Hasserode als Standort, da dort bereits Wilhelmitenbrüder ansässig waren. Die Augustiner-Eremiten betrieben hier unter anderem Fischzucht und Weinbau. Im Jahr 1516 besuchte Martin Luther das Kloster, um sich mit seinem Ordensbruder und Generalvikar Johann von Staupitz zu treffen. Ein 1917 errichteter Gedenkstein erinnert an dieses Ereignis. Während des Bauernkrieges im Jahr 1525 wurde das Kloster von aufständischen Bauern gestürmt und geplündert, die Mönche flohen. Die Gebäude wurden dabei jedoch nicht zerstört, sondern lediglich beschädigt. Die vertriebenen Mönche kehrten später zurück, doch die Anlage verfiel über die Jahrhunderte und wurde bis Mitte des 19. Jahrhunderts weitgehend als Baumaterial abgetragen. Heute sind noch mehrere Forellenteiche und Reste von Grundmauern erhalten. Neuzeitliche geophysikalische Untersuchungen seit Ende 2022 und archäologische Grabungen seit Juli 2023 haben die Grundmauern der Kirche und Konventsgebäude freigelegt und zahlreiche Funde, darunter Goldmünzen, Waffenteile und Bestattungen, zutage gefördert, die einen ungewöhnlichen, asymmetrischen Grundriss der Anlage offenbarten.
Lage+
Das einstige Kloster Himmelpforten befindet sich im Harz, im Bundesland Sachsen-Anhalt, Deutschland. Die Lage ist in einem geschützten Waldtal nahe Hasserode, einem Ortsteil von Wernigerode, auf einer Höhe von etwa 364 Metern über dem Meeresspiegel.
Vor Ort+
Die Überreste des Klosters sind heute ein Kulturdenkmal. Das Tal, in dem sich die Anlage befand, dient als Start- und Zielort für den jährlichen Harz-Gebirgslauf im Oktober. Zudem findet jedes Jahr zu Christi Himmelfahrt ein ökumenischer Gottesdienst an der ehemaligen Klosterstätte statt. Die Reste des Klosters liegen am Harzer Klosterwanderweg.
In der Naehe+
- Palais Wernigerode (Residenz, 3306 m)
- Kloster Drübeck (Sakralbau, 3451 m)
- Erbprinzenpalais (Residenz, 3668 m)
- Schloss Wernigerode (Schloss, 3680 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Benutzer:Hejkal / CC BY-SA 2.0 de via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 51.8297, 10.7417