Olivetanerkonvent, Marienwallfahrtsort
Kloster Gräfinthal

Das Kloster Gräfinthal im Saarland, heute ein Olivetanerkonvent, hat eine reiche Geschichte als ehemaliges Wilhelmitenkloster und ist ein bedeutender regionaler Marienwallfahrtsort. Es gehört zum Bistum Speyer und liegt eingebettet in der Gemeinde Mandelbachtal.
Geschichte+
Die Ursprünge des Klosters reichen bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurück, als Gräfin Elisabeth von Blieskastel die Stiftung veranlasste. Die Gräfin, deren Tod im Jahr 1273 überliefert ist, wurde wahrscheinlich in Gräfinthal beigesetzt; eine mittelalterliche Tumba in der Klosterkirche könnte ihr Grabmal sein. Der Legende nach stiftete sie das Kloster aus Dankbarkeit für die Heilung eines Augenleidens, das sie nach Gebeten vor einem Gnadenbild erfuhr. Dieses Gnadenbild, die „Madonna mit den Pfeilen“, wurde später zum zentralen Heiligtum der Klosterkirche. Wilhelmitenmönche, Eremiten des Ordens des Wilhelm von Malavalle, besiedelten die Anlage und betreuten die Wallfahrt. Gräfinthal war eines der wenigen Wilhelmitenklöster in Deutschland und bei seiner Auflösung das letzte im Reichsgebiet. Im 18. Jahrhundert erlebte das Kloster eine Blütezeit mit umfangreicher Bautätigkeit, gefördert durch Stanislaus Lesczynski, den vertriebenen König von Polen. Er ließ seine 1717 verstorbene Tochter Anna in der Klosterkirche bestatten und beauftragte Jonas Erikson Sundahl mit dem Wiederaufbau der Konventsgebäude und der Klosterkirche. Die zweite Tochter des Königs, Maria Leszczyńska, später Königin von Frankreich, besuchte ebenfalls die Wallfahrtsstätte. Der Wilhelmiten-Konvent wurde 1785 aufgelöst und in ein weltliches Chorherrenstift umgewandelt, wobei die „Pfeilmadonna“ nach Blieskastel überführt wurde. Die Klosteranlage verfiel danach zunehmend. Wesentliche Teile der barocken Innenausstattung, darunter Kanzel und Beichtstühle von Johann Martersteck, befinden sich heute in der katholischen Kirche St. Markus in Reinheim, der ehemalige Hochaltar in St. Paul in Bliesmengen-Bolchen. Im Jahr 1803 erwarb Jean-Baptist Mathieu die Ruine und ließ den Chor der Klosterkirche 1809 zu einer Kapelle umbauen. Seit 1901 ist das Kapellenanwesen im Besitz der Pfarrei Bliesmengen-Bolchen.
Lage+
Das Kloster Gräfinthal befindet sich im Saarland, eingebettet in der Gemeinde Mandelbachtal.
Vor Ort+
Heute ist das Kloster Gräfinthal ein Olivetanerkonvent und ein regionaler Marienwallfahrtsort. Die Anlage steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz.
In der Naehe+
- Römische Villa Reinheim (Antike Bauten, 5270 m entfernt)
- Schloss Halberg (Schloss, 9521 m entfernt)
- Schlossrest Kaninchenberg (Schloss, 10360 m entfernt)
- Schloss Schorrenburg (Kirchheimer Hof) (Schloss, 10424 m entfernt)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Lantus / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 49.1603, 7.1200