Bodendenkmal, Aussichtsturm
Kloster Göllingen

Das ehemalige Benediktinerkloster Göllingen im Norden Thüringens, nahe dem Kyffhäuser, ist ein bedeutendes Kulturdenkmal. Von der einstigen Anlage ist heute insbesondere der imposante Klosterturm erhalten, der einen weiten Blick über die Landschaft bietet.
Geschichte+
Die erste urkundliche Erwähnung des Klosters St. Wigbert in Göllingen datiert auf die Jahre 1005/1006. Es wurde als Tochterkloster der Abtei Hersfeld gegründet und war dem heiligen Wigbert geweiht. Im 13. Jahrhundert förderte der damalige Vogt Heinrich II. von Heldrungen das Kloster durch Stiftungen und die Vergabe von Nutzungsrechten an Waldgebieten. Diese umfangreiche Stiftung erfolgte offenbar im Gedenken an seinen verstorbenen jüngeren Bruder, der 1243 in der Klosterkirche bestattet wurde. Die Vogteirechte wechselten später von den Herren von Heldrungen über die Grafen von Hohnstein zu den Grafen von Schwarzburg, während das Kloster selbst weiterhin der Abtei Hersfeld unterstand. Im Jahr 1510 schloss sich das Kloster der Bursfelder Kongregation an, einer Reformbewegung innerhalb des Benediktinerordens. Während des Bauernkrieges im Jahr 1525 wurde die Klosteranlage geplündert und teilweise beschädigt. Die Aufhebung des Klosters erfolgte im Jahr 1592.
Lage+
Die Klosterruine Göllingen befindet sich in der Ortschaft Göllingen, einem Teil der Gemeinde Kyffhäuserland, im nördlichen Thüringen. Sie liegt zwischen Sondershausen im Westen und Bad Frankenhausen im Osten, eingebettet in die Region des Kyffhäusers. In der Nähe fließt die Wipper, von der die künstlich angelegte Kleine Wipper abzweigt, deren Wasser über den Mönchstunnel und Mühlen bis nach Bad Frankenhausen geleitet wurde, um dort Schöpfwerke zur Soleförderung anzutreiben.
Vor Ort+
Heute sind weite Teile der Klosterkirche und der umgebenden Infrastruktur als Bodendenkmal erhalten, wobei der Grundriss durch Gabionenmauern gekennzeichnet ist. Der beeindruckende Klosterturm, der Chor, Glocken- und Läutegeschoss sowie eine Krypta umfasst, ist als singuläres Bauwerk erhalten geblieben. Er besticht durch seine ausgewogenen Proportionen, die hochwertige Steinbearbeitung und die Gliederung der Wände mit Lisenen und Rundbogenfriesen. Vom ehemaligen Glockengeschoss aus bietet sich durch unverschlossene Zwillingsfenster ein umfassender Rundblick. Seit 1995 gehört der Klosterturm und ein Großteil des ehemaligen Klosterareals zur Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten.
In der Naehe+
- Schloss Rottleben (Schloss, 2856 m)
- Uckermannsches Schloss (Bendeleben) (Schloss, 2887 m)
- Ruine Arnsburg (Seega) (Ruine, 3081 m)
- Ruine Falkenburg (Rottleben) (Ruine, 3687 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Michael Sander / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 51.3456, 11.0142