KlosterLauda-Königshofen

Kloster Gerlachsheim

Kloster Gerlachsheim

Das ehemalige Prämonstratenserkloster Gerlachsheim, später zu einem Schloss umgewandelt, ist eine historische Anlage im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg. Es umfasst neben den Klostergebäuden auch einen weitläufigen Park, der einst als Klostergarten diente und heute öffentlich zugänglich ist. Die Anlage zeugt von einer wechselvollen Geschichte, die von einem Frauenkloster über ein Männerpriorat bis hin zu verschiedenen weltlichen Nutzungen reicht.

Geschichte+

Die erste urkundliche Erwähnung des Klosters am heutigen Standort erfolgte im Jahr 1209 durch eine Schenkungsurkunde des Siboto von Luden, wobei die Gründung als Prämonstratenserinnenstift vermutlich bereits zwischen 1187 und 1197 stattfand. Ursprünglich beherbergte das Kloster etwa 20 Nonnen und deren Dienerschaft, die ihren Lebensunterhalt durch den angrenzenden Weinberg und den nahegelegenen Wald sicherten. Zahlreiche Adelsfamilien, darunter die Stifter, unterstützten das Kloster und stellten oft auch die Nonnen. Im Jahr 1254 bestätigte Papst Innozenz IV. die Zugehörigkeit des Klosters zum Prämonstratenserorden. Im Laufe seiner Geschichte erlitt das Kloster mehrfach Zerstörungen, unter anderem 1261 durch den Mainzer Erzbischof Werner von Eppstein und später im Bauernkrieg. Nach Phasen des Besitzwechsels gelangte es für 25.000 Gulden zurück an das Hochstift Würzburg. Die Blütezeit des Klosters, in der über 30 Nonnen lebten, endete im frühen 16. Jahrhundert mit einem deutlichen Rückgang der Mitgliederzahl. 1563 hob Fürstbischof Friedrich von Wirsberg das Kloster auf und verwaltete dessen Güter. Erst 1717, nach einem langen Rechtsstreit, wurde das Kloster dem Prämonstratenserorden zurückgegeben und als Priorat des Männerklosters Oberzell neu gegründet. Von 1723 bis 1728 erfolgte der Neuaufbau der verfallenen Kloster- und Pfarrkirche, die 1730 geweiht wurde. Im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 wurde der Konvent aufgelöst und die Gebäude dem Altgrafen Franz Wilhelm zu Salm-Reifferscheidt-Bedburg zugesprochen, der sie ab 1806 als Verwaltungssitz und Schloss nutzte. Nach dem Erwerb durch das Land Baden im Jahr 1838 diente die Anlage ab 1874 als Taubstummenanstalt, später als Auffanglager und ab 1952 als Altenheim des Main-Tauber-Kreises.

Lage+

Das Kloster Gerlachsheim befindet sich in der Ortschaft Gerlachsheim im Main-Tauber-Kreis, einer Region im Nordosten Baden-Württembergs in Deutschland.

Vor Ort+

Die ehemaligen Klostergebäude, die dem Land Baden-Württemberg gehören, beherbergen heute eine Arztpraxis, die Nardinischule und eine Berufsvorbereitungsklasse. Der zugehörige Park, ehemals Klostergarten, ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Die ehemalige Klosterkirche dient heute als römisch-katholische Heilig-Kreuz-Kirche Gerlachsheim und gilt als bedeutendes Beispiel barocker Kirchenarchitektur.

In der Naehe+
  • Zobelschloss (Schloss, ca. 3006 m entfernt)
  • Burgrest Oberlauda (Burg, ca. 3485 m entfernt)
  • Schloss Grünsfeld (Schloss, ca. 3628 m entfernt)
  • Schloss Messelhausen (Schloss, ca. 4914 m entfernt)

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Holger Uwe Schmitt / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 49.5802, 9.7204