Die Kirchenburg kann besichtigt werden
Kirchenburg Marktsteft
In der Zeit der Christianisierung schuf der Grundherr Siedlungen und gründete auch Kirchen wie St. Stephan in Marktsteft. Sie gehörte zu den Eigenkirchen der Casteller Grafen. Als Lehensherren statteten sie ihre Eigenkirchen aus, sorgten für deren Erhalt und bestimmten die Geistlichen. Sie schützten, überwachten und ordneten den Dienst der eingesetzten Pfarrer.
Den Mittelpunkt der Eigenkirche bildete der im Boden verankerte Steinaltar mit den Reliquien. Das Kirchengrundstück umgab der Kirchhof mit den Grabstätten. Weiterhin gehörten dazu der "Pfarrhof mit Wirtschaftsgebäuden und Grundstücken, Gemeinde– und Hutrecht, Pfarr– und Gotteshauseinkommen, Zehnten und Stolgebühren“.
Den heutigen Kirchenbau umgeben noch Reste der ehemaligen Kirchenburg. Im Torturm und dem angrenzenden Gebäude ist das Rathaus zu finden.
Der älteste Teil von St. Stephan ist der viergeschossige Turm. Er wurde 1608 fertiggestellt. Von einem Vorgängerbau berichten die Quellen 1565 im Zusammenhang mit dem Wetterläuten und einer Hosianna–Glocke.
Das Kirchenschiff wurde in den Jahren 1623–1624 errichtet. Am Chorbogen ist die erste Jahreszahl festgehalten und am nördlichen Eingang die zweite. Der Bau wurde durch zahlreiche Instandsetzungs– und Renovierungsarbeiten in den Jahren 1737, 1797 und 1868 mehrmals stark verändert.
Kaufmann Johann Dietrich und Büttnermeister Johann Matthäus Full stifteten 1737 einen neuen Altar und eine neue Kanzel. Heute befindet sich das Altarbild mit der Kreuzigungsgruppe von Christoph Pitsch aus dieser Zeit wieder im Altarblatt. Man hatte es 1868 herausgenommen und durch ein Christusbild von Kunstmaler Weigand aus Nürnberg ersetzt.
Pfarrer Merk bemühte sich darum, dass am 22. März 1626 ein neuer Taufstein in der Kirche aufgestellt werden konnte. Kantor Christoph Scherzer kam 1738 für die Kosten einer Zinnüberlegung durch Nikolaus Lender aus Marktbreit auf. Bis 1868 stand er vor dem Altar. Danach wurde er seitlich platziert.
Die Sitzplätze im Gotteshaus von Marktsteft waren sehr begehrt. Um Streitigkeiten vorzubeugen, war der Sitzplatz durch eine Kirchenstuhlordnung vom 8. September 1625 festgelegt worden. Für das Kirchengestühl mussten Kirchenstandsgebühren am 11. Februar und 28. Juli bezahlt werden. Die Höhe richtete sich nach der Art und Lage des Platzes. Im Kirchenschiff standen anfangs auf der Kanzelseite 12 und auf der Gegenseite 7 Bänke. !678 erfahren wir von 107 Frauenplätzen im Kirchenschiff und 44 Männerplätzen auf der Empore. Im Jahre 1708 wuchs die Bevölkerung Marktstefts so an, dass eine neue Empore eingebaut wurde. Dies wiederholte sich 1737. Bevorzugte Plätze mit Gittern gab es bis 1868. Unter Pfarrer Michahelles verschwanden die Gitterstände.
Pfarrer Berger begann 1934 die Brüstung der Empore mit Bildern aus dem Leben Jesu auszugestalten..
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:TortdKirchbMst.JPG
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Lage: 49.6965, 10.1354