Pfarrkirche, Einrichtung für Menschen mit Behinderung
Kartause Marienburg

Die Kartause Marienburg, ein historisches Kloster in Coesfeld, Nordrhein-Westfalen, stellt ein bedeutendes Baudenkmal dar. Sie war die einzige Kartause in der Region Westfalen und ist heute ein Ort, der Geschichte und soziale Verantwortung miteinander verbindet.
Geschichte+
Die Ursprünge der Anlage reichen bis ins Jahr 1170 zurück, als die Ritter von Weddern an diesem Ort eine Burg errichteten. Diese Burg war zunächst ein Lehen der Johanniterkommende Steinfurt und wechselte später, ab 1294, in den Besitz des Bistums Münster. Im Jahr 1371 wurde die Burg an Bernhard von Merveldt übergeben, bevor sie nach 1420 durch Heirat an die Familie von Keppel gelangte. Nach dem Tod seines Sohnes im Jahr 1475, der bei der Belagerung von Neuss fiel, stellte Ritter Gerhard von Keppel seine Burg Weddern und die zugehörigen Ländereien für die Gründung einer Kartause zur Verfügung. Bestärkt wurde er dabei von Hermann von Langen, dem Domdechanten in Münster. Im Jahr 1476 versprach Gerhard von Keppel, eine Kartause für einen Prior und zwölf Mönche zu stiften. Die ersten Mönche aus Wesel bezogen die Kartause 1477, und im selben Jahr begann der Bau der Klosterkirche. Gerhard von Keppel lebte bis zu seinem Tod 1478 selbst wie ein Mönch in der neuen Kartause. Die Gründung wurde durch weitere Spenden, insbesondere von Klerikern und Adeligen, unterstützt. Die wirtschaftliche Grundlage bildeten umfangreicher Grundbesitz und Zehntrechte. Im 16. Jahrhundert umfasste die Anlage über zwanzig Zellen, obwohl die Gemeinschaft meist aus zwölf Mönchen und dem Prior bestand. Insgesamt sind 215 Mönche von der Gründung bis zur Auflösung im Jahr 1804 nachweisbar. Die Klostergeschichte war von äußeren Belastungen geprägt, darunter eine hohe Türkensteuer im 16. Jahrhundert sowie Plünderungen und Zerstörungen durch spanische und niederländische Soldaten während des Achtzigjährigen Krieges und des Dreißigjährigen Krieges, die die Mönche zur Flucht zwangen. Trotz dieser Herausforderungen blieb die Klosterdisziplin hoch, und ein Niedergang, wie er in vielen anderen Klöstern stattfand, ist hier nicht festzustellen.
Lage+
Die Kartause Marienburg befindet sich in der Bauerschaft Weddern, einem Ortsteil von Kirchspiel bei Dülmen, nahe der Stadt Coesfeld im Bundesland Nordrhein-Westfalen, Deutschland.
Vor Ort+
Die ehemalige Klosterkirche St. Jakobus d. Ä. dient heute als Pfarrkirche. Der weitere Bereich der Klosteranlage ist Teil des Anna-Katharinenstiftes Karthaus, einer Einrichtung, die Menschen mit Behinderung ein Zuhause bietet und Arbeitsmöglichkeiten in den Werkstätten Karthaus schafft.
In der Naehe+
- Haus Empte (Herren- und Gutshaus, 2035 m)
- Haus Rorup (Herren- und Gutshaus, 4233 m)
- Schloss Buldern (Schloss, 4583 m)
- Haus Osthoff (Herren- und Gutshaus, 4599 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Dietmar Rabich / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 51.8757, 7.3149