KlosterErfurt

Kartäuserkloster Erfurt

Kartäuserkloster Erfurt

Wohnungen

Das ehemalige Kartäuserkloster in Erfurt, eine historische Klosteranlage in Thüringen, zeugt von einer langen und wechselvollen Geschichte. Ursprünglich als Kartause des Kartäuserordens gegründet, prägte es über Jahrhunderte das religiöse und kulturelle Leben der Region. Heute ist es ein bemerkenswertes Beispiel für die Umwandlung alter Sakralbauten in moderne Wohnräume, wobei die barocke Architektur erhalten bleibt.

Geschichte+

Die Ursprünge des Klosters reichen bis ins Jahr 1372 zurück, als die Bauarbeiten begannen. Bereits 1374 wurde die Gemeinschaft in den Kartäuserorden aufgenommen und die Kirche 1375 geweiht. Anfänglich mit vierzehn Mönchen und sechs Laienbrüdern besetzt, wuchs die Gemeinschaft rasch und erhielt zahlreiche Stiftungen. Die Kartause Erfurt war so erfolgreich, dass sie die Gründung weiterer Klöster in Eisenach (1383) und Hildesheim (1387) unterstützte. Im 14. und 15. Jahrhundert erlebte das Kloster seine Blütezeit und beherbergte bedeutende Gelehrte wie Johannes Indaginis und Jakobus de Clusa. Trotz der Reformation, die den Konvent weniger stark beeinflusste, sank die Zahl der Mönche im 16. Jahrhundert, was zu einer Neugründung unter Prior Jodokus Heß führte. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Konvent vertrieben, und im Laufe der Jahrhunderte gingen wertvolle Kirchenschätze verloren. Zwischen 1702 und 1728 erfolgten umfangreiche barocke Umbauten und Neubauten unter den Prioren Ambrosius Kummer und Leopold Wohlgemut. Mit der Säkularisation im Jahr 1803 wurde das Kloster aufgelöst und 1805 in Privatbesitz überführt, bevor ein Brand 1845 die Anlage weitgehend zerstörte. Die umfangreiche Klosterbibliothek wurde 1810 der Universität Erfurt übergeben.

Lage+

Das Kartäuserkloster befindet sich in der Stadt Erfurt, der Landeshauptstadt Thüringens in Deutschland. Es liegt auf einer Höhe von etwa 201 Metern über dem Meeresspiegel.

Vor Ort+

Von der einst großen Klosteranlage ist heute primär die Kirche mit angrenzenden Gebäuden erhalten. Nach einer wechselhaften Geschichte und einem Brand im 19. Jahrhundert wurde die Anlage im 21. Jahrhundert umfassend saniert. Die barocke Fassade wurde aufwendig restauriert, und die ehemalige Kirche beherbergt nun außergewöhnliche Wohnungen. Ein Teil des Kirchendachs wurde durch eine Glasfläche ersetzt, um einen Lichthof zu schaffen, wobei die denkmalgeschützte Sakristei integriert wurde.

In der Naehe+
  • Erfurter Dom (Sakralbau, 721 m)
  • Zitadelle Petersberg (Festung, 1160 m)
  • Augustinerkloster (Sakralbau, 1318 m)
  • Zitadelle Cyriaksburg (Festung, 1404 m)

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Frank.27 / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 50.9697, 11.0269