KlosterHeidelberg

Karmelitenkloster Heidelberg

Karmelitenkloster Heidelberg

Wohnhaus

Das ehemalige Karmelitenkloster in Heidelberg war ein bedeutender Konvent mit einer Kirche und zugehörigen Klostergebäuden. Es diente unter anderem als Grablege für Mitglieder des Wittelsbacher Herrscherhauses. Heute sind nur noch wenige überbaute Reste der Anlage erhalten.

Geschichte+

Die Ursprünge des Klosters gehen auf das frühe 18. Jahrhundert zurück, als Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz die Ansiedlung der Beschuhten Karmeliten in Heidelberg beabsichtigte. Auf Wunsch seiner Schwester Eleonore Magdalene von Pfalz-Neuburg, die eine Vorliebe für die Unbeschuhten Karmeliten aus Wien hatte, wurde dem Orden 1701 die Ruine der Jakobskirche am Friesenberg überlassen. Diese Kirche, eine mittelalterliche Gründung Ruprechts I., war 1688 neu erbaut und bereits 1693 von französischen Truppen zerstört worden. Im März 1702 trafen die ersten Unbeschuhten Karmeliten aus Augsburg ein und begannen mit dem Wiederaufbau der Kirche, der bis 1713 dauerte. Die Konsekration erfolgte 1724 durch den Wormser Weihbischof Johann Baptist Gegg. Die Grundsteinlegung für die Klostergebäude fand im November 1718 statt. Br. Dominicus a S. Euphrosina, bekannt für seine Arbeit am Karmelitinnenkloster in München, leitete den Bau. Die Konventsgebäude wurden um 1730 und erneut um 1760 erweitert. Die Kirche erhielt einen dem heiligen Josef geweihten Hochaltar und 1753 einen Marienaltar. Ab 1721 existierte eine Josefsbruderschaft, der auch die Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor sowie zahlreiche Hofpersönlichkeiten und Bürger Heidelbergs angehörten. Diese Bruderschaft trug maßgeblich zur Ernennung des heiligen Josefs zum Schutzpatron der Kurpfalz im Jahr 1753 bei. Zwischen 1755 und 1787 fungierte die Heidelberger Niederlassung als Studienkonvent der Kölner Karmelitenprovinz, wo der Ordensnachwuchs in Theologie, Philosophie und Sprachen ausgebildet wurde. Die Karmeliten besetzten zudem Lehrstühle an der Universität Heidelberg. Der Niedergang des Klosters begann um 1780, beeinflusst durch die Ideen der Aufklärung, die zu Nachwuchsschwierigkeiten und internen Konflikten führten. Während der Koalitionskriege diente das Kloster als Proviantmagazin und um 1800 als Unterkunft für Rekruten. Am 31. März 1803 wurde der Konvent von Kurfürst Max IV. Joseph aufgelöst. Kirche, Kloster und Garten wurden versteigert; die Kirche wurde 1806/07 abgetragen, ebenso Teile der Konventsgebäude. Ein verbliebener Winkelbau existiert heute in umgestalteter Form.

Lage+

Das Karmelitenkloster befand sich in der Stadt Heidelberg, im Bundesland Baden-Württemberg, im Bereich der heutigen Straße Friesenberg am östlichen Stadtrand.

Vor Ort+

Von der einstigen Klosteranlage sind heute nur noch einige überbaute Reste im Anwesen Friesenberg 1a erhalten, darunter das ehemalige Refektorium, die in umgestalteter Form in die heutige Bebauung integriert sind.

In der Naehe+
  • Palais Buhl (Residenz, ca. 71 m entfernt)
  • Palais Weimar (Residenz, ca. 96 m entfernt)
  • Großherzogliches Palais (Residenz, ca. 236 m entfernt)
  • Palais Boisserée (Residenz, ca. 266 m entfernt)

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Theodor Gottfried Thum, 1747 / Public domain via Wikimedia Commons

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 49.4127, 8.7160