Die Gründung des Kapuzinerklosters in der Ostengasse erfolgte 1613 auf Initiative von Kaiser Matthias im Rahmen der Gegenreformation. Der Kaiser beabsichtigte, mit der Ansiedlung der Kapuziner die konfessionellen Spannungen in Regensburg zu mildern. Trotz des Widerstands des protestantischen Stadtrats gelang es ihm, die Äbtissin des Stifts Niedermünster zu überzeugen, einen Weingarten für den Bau des Klosters zur Verfügung zu stellen. Kaiser Matthias legte persönlich den Grundstein am 10. Oktober 1613 und leistete einen wesentlichen Beitrag zum Bau der Kirche sowie zur Stiftung des Hauptaltars. Die Fertigstellung des von einer Ringmauer umgebenen Klosters erfolgte bereits 1614. Bis 1810 wurde das Kloster von den Kapuzinern genutzt, bevor es im Zuge der Säkularisation aufgelöst wurde. Die Gebäude wurden anschließend den Klarissen aus Sankt Maria Magdalena übergeben, deren eigenes Kloster 1809 bei der Belagerung Regensburgs zerstört worden war. Die Klarissen erweiterten die Anlage im 19. Jahrhundert und bewohnten sie bis 1974. Nach dem Auszug der Klarissen erwarb die Stadt Regensburg das Gelände, plante jedoch zunächst einen Abriss für Straßenbauprojekte. Diese Pläne wurden in den 1970er Jahren abgewendet. Teile der Gebäude wurden vom Ostkirchlichen Institut Regensburg und später von der städtischen Verwaltung sowie der Jugendhilfe genutzt. Nach einem Verkauf im Jahr 2010 und umfangreichen Sanierungen in den Jahren 2013/14 wird die Anlage heute von der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. für betreutes Wohnen, Mutter-Kind-Wohnungen und eine Erziehungsberatungsstelle genutzt. Die Klosterkirche St. Matthias, 1615 geweiht, wurde 1811 erweitert und dient heute der rumänisch-orthodoxen Kirchengemeinde Hl. Dreifaltigkeit, während eine Kapelle im Chorraum von der serbisch-orthodoxen Gemeinde genutzt wird. Die Kirche wurde 2022/2023 generalsaniert.
Kapuzinerkloster Regensburg

Das ehemalige Kapuzinerkloster in Regensburg, ein bedeutendes Baudenkmal Bayerns, ist ein historischer Sakralbau, der eine wechselvolle Geschichte von seiner Gründung im 17. Jahrhundert bis zu seiner heutigen Nutzung durch verschiedene Gemeinschaften und soziale Einrichtungen durchlaufen hat. Es liegt zentral in der Stadt Regensburg und ist ein Zeugnis der religiösen und städtebaulichen Entwicklung der Region.
Geschichte+
Lage+
Das ehemalige Kapuzinerkloster befindet sich in der Stadt Regensburg in Bayern, Deutschland. Es liegt auf einer Höhe von etwa 339 Metern über dem Meeresspiegel.
Vor Ort+
Die ehemalige Klosteranlage beherbergt heute ein inklusives Konzept der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. mit ambulant betreutem Wohnen, Mutter-Kind-Wohnungen, bezahlbaren Wohnungen und einer Erziehungsberatungsstelle. Die Klosterkirche St. Matthias wird von der rumänisch-orthodoxen Kirchengemeinde Hl. Dreifaltigkeit genutzt, und eine Kapelle dient der serbisch-orthodoxen Gemeinde. Als Teil des Flächendenkmals „Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof“ ist die Klosterkirche seit 2006 UNESCO-Welterbe.
In der Nähe+
- Königliche Villa (Schloss, 168 m)
- Franziskanerkloster (Sakralbau, 314 m)
- Stift Niedermünster (Sakralbau, 417 m)
- Stift zu Unserer Lieben Frau (Sakralbau, 452 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Franconia / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 49.0185, 12.1062