Wohn- oder gewerbliche Zwecke, evangelische Christuskirche, Dekanatszentrum
Kapuzinerkloster Neumarkt in der Oberpfalz

Das ehemalige Kapuzinerkloster in Neumarkt in der Oberpfalz, ein bedeutendes Baudenkmal in Bayern, zeugt von einer wechselvollen Geschichte der Rekatholisierung und religiösen Auseinandersetzungen in der Region. Die Anlage, die sich heute in Teilen erhalten hat, spiegelt die Entwicklung von einem kirchlichen Zentrum zu einer profanen Nutzung wider und ist ein wichtiges Zeugnis der bayerischen Klosterlandschaft.
Geschichte+
Die Ankunft der Kapuziner in Neumarkt im Jahr 1627 markierte den Beginn ihrer seelsorgerischen Tätigkeit im Zuge der Rekatholisierung der Oberpfalz nach dem Dreißigjährigen Krieg. Zunächst im Neumarkter Schloss untergebracht, zogen sie später in ein Haus neben der Hofkirche. Konflikte mit den Jesuiten führten 1629 zu deren Abzug. Während der schwedischen Besetzung 1633 übernahmen die Kapuziner sogar die Betreuung der Stadtkirche, mussten die Stadt jedoch 1634 kurzzeitig verlassen, bevor sie zurückkehren konnten. Der Grundstein für das eigentliche Klostergebäude wurde 1674 gelegt, wobei Steine der Burgruine Wolfstein verwendet wurden. Die dazugehörige Klosterkirche, geweiht 1677 dem Heiligen Antonius von Padua, wurde zwischen 1674 und 1677 errichtet. Das Wirken der Kapuziner erstreckte sich auch auf umliegende Orte, wo sie Hospize zur Betreuung der katholischen Bevölkerung gründeten. Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1802 aufgelöst, und die Gebäude wurden verkauft oder anderweitig genutzt. Die Kirche diente zeitweise als Scheune, bevor sie ab 1855 von der evangelischen Gemeinde erworben und als Christuskirche wieder für Gottesdienste genutzt wurde. Die Brautradition des Klosters wurde als Klosterbrauerei Seitz bis zum Zweiten Weltkrieg fortgesetzt.
Lage+
Das ehemalige Kapuzinerkloster befindet sich in Neumarkt in der Oberpfalz, einer Stadt in Bayern, Deutschland. Die Anlage liegt auf einer Höhe von etwa 428 Metern über dem Meeresspiegel und ist Teil des Bistums Eichstätt.
Vor Ort+
Heute sind Teile der ehemaligen Klosteranlage erhalten und werden zu Wohn- oder gewerblichen Zwecken genutzt. Nach archäologischen Grabungen und umfangreichen Sanierungs- und Umgestaltungsarbeiten, die 2014 begannen und 2016 abgeschlossen wurden, präsentiert sich der Klosterhof und das Dekanatszentrum in einem restaurierten Zustand. Die ehemalige Klosterkirche dient heute als evangelische Christuskirche.
In der Naehe+
- Pfalzgrafenschloss (Schloss, 175 m entfernt)
- Burgruine Wolfstein (Burg, 2651 m entfernt)
- Schloss Pölling (Schloss, 3479 m entfernt)
- Schloss Pilsach (Schloss, 5649 m entfernt)
Nimm Mobile Geschichte mit auf die Reise
Diesen Text liest du gerade kostenlos. Mit Premium kommt dazu, was unterwegs zählt: Beschreibungen vorlesen lassen, Objekte durch die Kamera finden, Regionen offline mitnehmen.
- Alle Beschreibungstexte, auch die der ~17.700 Premium-Objekte
- Audio-Guide: Beschreibungen unterwegs vorlesen lassen
- AR-Sucher: Objekte durch die Kamera sehen, mit Entfernung und Richtung
- Unbegrenzte Merkliste
14 Tage kostenlos testen, danach ab 2,99 € im Monat. Jederzeit kündbar.
Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: DALIBRI / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 49.2801, 11.4624