KlosterGeseke

Kanonissenstift St. Cyriakus, Geseke

Kanonissenstift St. Cyriakus, Geseke

Das Kanonissenstift St. Cyriakus in Geseke, Nordrhein-Westfalen, war eine bedeutende geistliche Einrichtung mit einer reichen Geschichte, die bis ins 10. Jahrhundert zurückreicht. Ursprünglich als Damenstift gegründet, diente es über Jahrhunderte der Versorgung unverheirateter adliger Frauen und der Wahrnehmung kirchlicher Pflichten. Die Stiftskirche St. Cyriakus wird bis heute als Pfarrkirche genutzt und ist ein Zeugnis der langen religiösen Tradition des Ortes.

Geschichte+

Die Gründung des Kanonissenstifts erfolgte im Jahr 946 durch Graf Haold und seine Geschwister. Wichburga, eine der Schwestern, wurde die erste Äbtissin, während Graf Haold als erster Vogt fungierte. Bereits 952 bestätigte König Otto I. die Stiftung, verlieh ihr Immunität und das Recht zur freien Äbtissinnenwahl, Privilegien, die König Otto III. im Jahr 986 erneuerte. Im Jahr 1014 verzichtete Äbtissin Hildegund auf die Reichsunmittelbarkeit und unterstellte das Stift dem Schutz des Kölner Erzbischofs, der fortan den Vogt bestimmte. Die Familie des Gründers stattete das Stift mit umfangreichen Gütern aus, darunter die Martinskapelle. Spätere Schenkungen sächsischer Könige und Kölner Erzbischöfe, wie die Petrikirche durch Erzbischof Anno II., erweiterten den Besitz erheblich. Um 1400 umfasste der Stiftsbesitz 29 Haupthöfe, 150 abhängige Mansen und drei Mühlen. Seit etwa 965 beherbergte das Stift die Reliquien des Heiligen Cyriacus. Die Stiftsdamen widmeten sich kirchlichen Diensten wie Messfeiern, Prozessionen und Totengedenken, wobei der Chordienst eine zentrale Rolle spielte. Armenspenden an hohen Festtagen gehörten ebenfalls zu ihren Aufgaben. Die angeschlossenen Kanonikate übernahmen die Seelsorge und leiteten mindestens seit 1354 eine Jungenschule. Ein eigenes Schulgebäude, die Stiftsschule, wurde 1608 errichtet. Im 18. Jahrhundert gab es zeitweise auch Mädchenschulen. Gegen Ende des Mittelalters wandelte sich das Stift zunehmend zu einer Versorgungsanstalt für unverheiratete adlige Frauen. Während der Reformation kam es zu Konversionen zum Protestantismus und finanziellen Einbußen. Nach der preußischen Übernahme des Landes im frühen 19. Jahrhundert wurde das Stift 1823 nach dem Tod der letzten Äbtissin faktisch aufgehoben. Das Stiftsvermögen wird jedoch bis heute als „Geseker Stiftsfonds“ verwaltet.

Lage+

Das ehemalige Kanonissenstift St. Cyriakus befindet sich in der Stadt Geseke im Bundesland Nordrhein-Westfalen, Deutschland.

Vor Ort+

Die ehemalige Stiftskirche St. Cyriakus dient weiterhin als Pfarrkirche und ist Teil des Pastoralverbundes Geseke-Stadt im Erzbistum Paderborn.

In der Naehe+
  • Ruine Störmede (Ruine, ca. 3114 m entfernt)
  • Schloss Eringerfeld (Schloss, ca. 6477 m entfernt)
  • Ruine Vernaburg (Verne) (Ruine, ca. 6545 m entfernt)
  • Schloss Schwarzenraben (Schloss, ca. 6910 m entfernt)

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Chris06 / Public domain via Wikimedia Commons

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Lage: 51.6396, 8.5118