KlosterRegensburg

Kanonissenstift Obermünster, Regensburg

Kanonissenstift Obermünster, Regensburg

Das ehemalige Kanonissenstift Obermünster in Regensburg, ein bedeutendes Baudenkmal Bayerns, ist eine historische Klosteranlage, deren Ursprünge im späten 8. Jahrhundert liegen. Es zeichnet sich durch seine lange Geschichte als Reichsabtei aus und ist heute ein zentraler Ort für kirchliche Einrichtungen und Kultur. Obwohl die zugehörige Kirche im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört wurde, sind die Ruinen als Mahnmal erhalten geblieben, während der freistehende Kirchturm als markantes Wahrzeichen die Zeiten überdauert hat.

Geschichte+

Die Gründung des Stifts Obermünster, das der Himmelfahrt Mariens geweiht ist, wird im späten 8. Jahrhundert vermutet, möglicherweise durch Herzog Tassilo III. Eine erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 866. Unter König Ludwig dem Deutschen und seiner Gemahlin Hemma, die bis zu ihrem Tod 876 als Äbtissin fungierte, erfuhr das Stift eine frühe Förderung. Kaiser Heinrich II. verlieh dem Stift nach 1002 durch Schenkungen und Privilegien den Status eines freien gefürsteten Reichsstifts. Die Aufnahme in das Stift war exklusiv und erforderte den Nachweis von acht adeligen Ahnen, für Ausländerinnen sogar sechzehn. Kaiser Konrad II. und Kaiserin Gisela traten dem Stift als Kanoniker und Kanonissin bei. Die Reichsunmittelbarkeit wurde 1216 von Kaiser Friedrich II. bestätigt und 1484 von Papst Innozenz VIII. als weltliches Damenstift anerkannt. Im Zuge der Säkularisation wurde das Reichsstift 1810 aufgelöst und in das Königreich Bayern eingegliedert, wobei die letzten Bewohnerinnen bis 1822 ein Bleiberecht hatten.

Lage+

Das Kanonissenstift Obermünster befindet sich in der südlichen Altstadt von Regensburg, Bayern, im sogenannten Obermünsterviertel, westlich des Jesuitenplatzes. Die Anlage liegt auf einer Höhe von etwa 345 Metern über dem Meeresspiegel.

Vor Ort+

Nach der Säkularisation und der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurden die erhaltenen Stiftsgebäude umfassend saniert und mit Neubauten ergänzt. Heute beherbergt das Ensemble das Diözesanzentrum, das Bischöfliche Zentralarchiv, die Bischöfliche Zentralbibliothek sowie die Kunstsammlungen des Bistums Regensburg im Diözesanmuseum Obermünster. Die Ruinen der ehemaligen Kirche dienen als Mahnmal und sind ein Ort, an dem die Regensburger Pfadfinder jährlich das Friedenslicht von Bethlehem empfangen. Der unbeschädigt gebliebene Glockenturm steht als Campanile frei und ist weithin sichtbar.

In der Naehe+
  • Schloss Thurn und Taxis (Schloss, 226 m)
  • Palais Löschenkohl (Residenz, 246 m)
  • Dompropstei (Residenz, 398 m)
  • Stift zu Unserer Lieben Frau (Sakralbau, 438 m)

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: sue107 / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 49.0159, 12.0953