Die Gründung des Jesuitenkollegiums geht auf das Jahr 1629 zurück, als Graf Johann Ludwig von Nassau-Hadamar zum Katholizismus konvertierte und die Ansiedlung von Ordensgemeinschaften förderte. Im Januar 1630 ließen sich die ersten Jesuiten in Hadamar nieder, um die katholische Seelsorge wieder aufzunehmen. Aufgrund der Annäherung eines schwedischen Heeres flohen sie Ende 1631 nach Koblenz, kehrten jedoch zu Weihnachten 1636 zurück. Von 1639 bis 1772 waren alle Pfarrer in Hadamar Jesuiten.
Jesuitenkollegium Hadamar

Das ehemalige Jesuitenkollegium in Hadamar, ein historisches Kloster in Hessen, ist ein bedeutendes Kulturdenkmal in Deutschland. Die aus dem 17. Jahrhundert stammende Anlage prägt das Stadtbild von Hadamar im Landkreis Limburg-Weilburg. Das Ensemble umfasst heute die katholische Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk, eine öffentliche Bücherei und verschiedene Verwaltungsbereiche des Bistums Limburg. Der Komplex besteht aus vier Hauptgebäudeteilen: der Kirche, der Kolleg- und Klosteranlage, dem alten Pfarrhaus und der Jesuitenaula.
Geschichte+
Lage+
Das Jesuitenkollegium befindet sich im Herzen der Kleinstadt Hadamar, die zum Landkreis Limburg-Weilburg in Hessen, Deutschland, gehört.
Vor Ort+
Die Anlage dient heute vielfältigen Zwecken. Die ehemalige Jesuitenkirche ist die katholische Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk. Des Weiteren beherbergt der Komplex die örtliche öffentliche Bücherei und verschiedene Verwaltungsabteilungen des Bistums Limburg. Die Kirche, ein voluminöser Saalbau, ist außen mit Pilastern und einem Haubendachreiter geschmückt. Im Inneren dominiert eine Spiegeldecke mit zwei großen Gemälden und Rokoko-Stuckkartuschen. Der Hochaltar und die Seitenaltäre sind vermutlich Originalausstattung. Unter der Kirche befindet sich die Jesuitengruft. Die Kirche wurde 1818 zur Pfarrkirche und erhielt 1898 einen gotisierten Westturm sowie einen vergrößerten Chor im neogotischen Stil. Umfangreiche Sanierungsarbeiten am Dachstuhl fanden von 2004 bis 2007 statt. An die Kirche schließen sich zwei dreistöckige Flügel des ehemaligen Kollegiums an, die einen Ehrenhof bilden. Ein weitgehend erhaltenes barockes Treppenhaus mit Deckengemälde ist im Inneren zu finden. Das alte Pfarrhaus südlich der Dreiflügelanlage passt sich stilistisch an das Kolleg an. Die Jesuitenaula, ein verputzter Fachwerkbau mit hohem Mansardenwalmdach, wurde 1764 als Erweiterung des Kollegs errichtet und später in zwei Wohnhäuser unterteilt.
In der Naehe+
- Schloss Hadamar (Schloss, 130 m)
- Schloss Dehrn (Schloss, 4676 m)
- Limburger Dom (Sakralbau, 6670 m)
- Schloss Molsberg (Schloss, 6740 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: RomkeHoekstra / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons
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Lage: 50.4473, 8.0468