Kulturzentrum
Jagdschloss Kössern
Als Besitzer eines Rittergutes in Kössern wird im Jahre 1612 Siegmund von Haugwitz genannt. Später gehörte es der Familie von Erdmannsdorff. Aus dieser ragte der "Erb-, Lehn- und Gerichtsherr" von Kössern, Oberhofjägermeister und Ältestenminister am Hofe Augusts des Starken, Wolf Dietrich von Erdmannsdorff, heraus. Er ließ zwischen 1703 und 1718 in Kössern zahlreiche Wohnhäuser, das "Kavalierhaus", die "herrschaftliche Schenke" und auch das Jagdschloss errichten.
Jagdgesellschaften waren zur Zeit Augusts des Starken sehr beliebt, dienten sie doch dem standesgemäßen Zeitvertreib, dem geselligen Beisammensein und der Repräsentation. Da wollte auch der Ältestenminister am kurfürstlichen Hof nicht abseits stehen. Sein Jagdhaus war baulicher Rahmen für die herrschaftlichen Jagdgesellschaften und Unterkunft für die Gäste vom Hofe.
Die Vollendung des Bauwerkes ließ sich einst von zwei Obelisken ablesen, die neben dem Namen des Herrn auch die Jahreszahl 1711 enthielten. Fehlende Unterlagen für den Bau lassen jedoch die Vermutung offen, dass es hier wohl an einer offiziellen Genehmigung mangelte. Auch die Herkunft des Baumaterials ist zweifelhaft. Darüber hinaus gibt es über den Baumeister des Jagdhauses keine Überlieferungen. Aus der Gestaltung des Bauwerkes lässt sich mit großer Wahrscheinlichkeit aber Matthäus Daniel Pöppelmann als Architekt annehmen.
Ab 1772 war Kössern im Besitz der Familie von Abendroth. 1945 wurden die Besitzer durch die Kommunisten enteignet und vertrieben.
Über einem rechteckigen Grundriss erhebt sich ein zweigeschossiges Gebäude mit Mansardendach. Der Zutritt erfolgt nahezu ebenerdig in einen kleinen Vorraum, den vier Säulen und ein Wappenstein schmücken. Rechter Hand erschließt eine Treppe das Obergeschoss. Deckengemälde und reiche Stuckverzierungen belebten die oberen Räume.
Leider führten Bauarbeiten, die ihre Ursache in der Nutzung des Gebäudes für die Kinderbetreuung hatten, in den vergangenen Jahren zu zahlreichen Veränderungen. Man zog Schornsteine in den Räumen ein, errichtete zusätzliche Mauern zur Unterteilung und installierte eine Heizungsanlage. Dadurch veränderte sich nicht nur die Raumaufteilung, sondern es kam auch zur teilweisen Zerstörung der Deckengestaltung.
Dennoch ist das Jagdhaus ein Kleinod der barocken Baukunst. Es sah viele glanzvolle Feste. Die reich bemalte Fassade und der Festsaal mit Kaminen und zahlreichen Deckengemälden bildeten den festlichen Rahmen und zeugten vom Prunk der vergangenen Zeit.
Doch auch heute noch hat die Kultur ihren festen Platz in dem Gebäude. Regelmäßige Konzerte laden Gäste zu einem Besuch ein. Der Festsaal mit seinem Blüthner-Flügel bietet dazu ein stilvolles Ambiente. Neben namhaften Künstlern werden durch den Förderverein auch junge Talente unterstützt, die hier stets auf ein sachverständiges und begeisterungsfähiges Publikum treffen.
Dem Jagdhaus vorgelagert war zur Zeit seiner Entstehung ein großer Barockgarten, der heute leider völlig zerstört ist. Über sein Aussehen sind keine Überlieferungen vorhanden. Nur die heutige Streuobstwiese zeugt noch von seiner Lage.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Thomas Eichler
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 51.1810, 12.7855