Kulturzentrum
Herrenhaus Muldenstein
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Das Herrenhaus in Muldenstein ist ein ehemaliger Adelssitz im Landkreis Anhalt-Bitterfeld.
Kloster
Dem Ort Muldenstein, der ursprünglich Stein-Lausigk genannt wurde, stiftete der Adelige Kurt von Ammendorf 1473 ein Franziskaner-Kloster, das drei Jahre darauf von Papst Sixtus IV. offiziell bestätigt wurde. Bereits kurz nach der Stiftung erhielt der vorhandene Kirchenbau eine Erweiterung nach Osten, die nun Platz für die Mönche bot.
Das ursprüngliche Kirchenschiff wurde wohl schon zu Klosterzeiten als Vorratsraum genutzt. Die von Ammendorfs besaßen das Patronat über das Kloster bis zu ihrem Aussterben um 1541, das Kloster diente bis dahin dem Geschlecht als Familiengrablege.
Herrenhaus
Im Zuge der Reformation wurde das Kloster aufgehoben. Die Mönche ließen sich 1545 in Halle nieder. Auf dem ehemaligen Klostergelände entstand ein Rittergut, das nacheinander in den Besitz verschiedener Adelsfamilien gelangte. Die Entwicklung vom Kloster zum Rittergut erklärt auch die heute noch vorhandene bauliche Verbindung von Herrenhaus und Kirche.
Den neuen Namen Muldenstein, oder auch Mildenstein, erhielten Rittergut und Ort in der Zeit von Heinrich von Gleißenthal. Der Amtshauptmann und Besitzer des Schlosses Gräfenhainichen beschloss nach 1555 die Umbenennung und hinterließ damit einen fortwährenden Hinweis auf die idyllische Lage des Herrensitzes.
Sichtbare Spuren finden sich am Herrenhaus auch vom Adelsgeschlecht von Pfuel (heutige Schreibweise), das Muldenstein vom Ende des 17. Jahrhunderts bis 1810 besaß. Der Altar und die hölzerne Kanzel in der Kirche sind Stiftungen derer von Pfuel.
Bürgerliches Wohnhaus
Nach dem Erlöschen des Muldensteiner Zweigs derer von Pfuel waren es bürgerliche Besitzer und Fabrikanten, die die historische Stätte als Wohn- und Arbeitssitz nutzten. Die heute sichtbaren Teile des Herrenhauses entstanden größtenteils Ende des 19. Jahrhunderts unter dem bürgerlichen Besitzer Adolph Meisel.
Innenausstattung
Wesentliche Teile der Ausstattung haben sich erhalten, so Stukkaturen der 1920er Jahre, Parkettböden und ein prächtiges barockisierendes Treppenhaus. Es fehlt jedoch jene Ausstattung, die das Innere mit dem repräsentativen schlossartigen Äußeren in Einklang bringt. Spuren und Hinweise auf die reiche Geschichte finden man an den nüchternen, ein wenig kahl wirkenden Innenwänden.
Gegenwart
Heute dient das Herrenhaus als soziokulturelles Zentrum und bietet einer Vielzahl von Vereinen ein Dach über dem Kopf. Daneben kann man hier große und kleine Feiern ausrichten.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 51.6654, 12.3348