Leerstehend
Herrenhaus Dargibell

Das Gutshaus Dargibell ist ein Herrenhaus im Ortsteil Dargibell der Gemeinde Neu Kosenow im Landkreis Vorpommern-Greifswald.
Das Gut Dargibell war seit 1651 im Besitz der Familie von Eickstedt, die sich wohl noch in der Mitte des 18. Jahrhunderts ein Herrenhaus errichten ließ. Am 30. Juli 1761 verkaufte Leonhard von Eickstedt das Gut Dargibell an den General Otto Martin von Schwerin. Zwischen 1851 bis 1860 gehörte das Gut einem Hauptmann von Happe, wurde dann aber von den Schwerin zurückgekauft. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Gutshaus erweitert. Eine tiefgreifende Umgestaltung in historisierenden Formen erfolgte zwischen 1880 und 1890.
1945 wurde die Familie von Schwerin im Zuge der Bodenreform in Deutschland enteignet. Im Gutshaus wurden Flüchtlinge und Vertriebene untergebracht. Die örtliche LPG und die Gemeinde nutzten ab 1958 das Gebäude als Verwaltungssitz. Neben einem Speiseraum wurden der Kindergarten und eine Konsum-Verkaufsstelle im Haus untergebracht. Nach der Wende wurde das Gutshaus leergezogen. Aus dem ungesicherten Gebäude wurden unter anderem Fußbodenfliesen und Wandverkleidungen entwendet. Es erfolgten mehrere Eigentümerwechsel, jedoch keine wesentlichen Bauunterhaltungsmaßnahmen. Nur das Dach wurde notdürftig gesichert. Das Gebäude ist in einem deutlich erkennbar schlechten Zustand und dem Verfall ausgesetzt.
Anlage+
Das Gutshaus ist ein eingeschossiger langgestreckter Putzbau mit Mansarddach. Bei den Umbauarbeiten Ende des 19. Jahrhunderts bekam das Gebäude den dreiachsigen, zweigeschossigen Mittelrisalit mit einem Rundbogenportal an der Nordseite, dem ein von zwei Säulen getragener gesprengter Giebel portikusartig vorgesetzt wurde. Im Frontispiz befindet sich ein Ochsenauge. In der südlichen Parkseite befindet sich ebenfalls ein dreiachsiger flacher, deutlich schlichterer Mittelrisalit.
Der flügelartige Anbau an der Südostseite wird durch einen flachen zweigeschossigen Mittelrisaliten geprägt, in dessen unterer Etage sich ebenfalls ein Rundportal befindet. Im Frontispiz befinden sich die Reste eines Allianzwappenreliefs der Familien von Schwerin und von Kanitz.
An der Nordwestseite befindet sich im oberen Dachbereich eine Fledermausgaube. Von einem Anbau sind nur Mauerreste erhalten.
Außer der Eingangshalle und dem Saal hat das Gebäude 19 Zimmer. Die Eingangshalle war im englischen Landhausstil eingerichtet, mit Holzpanelen und darin eingearbeiteten Wandschränken ausgestattet. Das Obergeschoss war über eine zweiläufige Treppe zu erreichen. Wände und Decken des Gartensaals waren mit flachen Stuckreliefs verziert.
Westlich des Gutshauses befindet sich ein aus Feldstein errichtetes, verputztes Wirtschaftsgebäude mit Mansarddach.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dargibell_Gutshaus_Nordost.jpg
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 53.7934, 13.7068