Privatbesitz
Herrenhaus Aussel (Batenhorst)

Das Burgmannsgut Aussel besteht schon seit dem Ende des 12. Jahrhunderts. 1197 werden die dort ansässigen Herren von Odesloe, Burgmänner im Dienste des Grafen von Rietberg, später der Bischöfe von Osnabrück, erwähnt. Im 15. Jahrhundert kommt das Anwesen durch Erbgang an die Herren von Hachmester. Anfangs des 16. Jahrhunderts wird es verkauft an Moritz I. von Amelunxen, den Drosten des osnabrückischen Amtes Reckenberg in Wiedenbrück. Moritz entstammt einem alten Adelsgeschlecht aus Amelunxen an der Weser. Sein Enkel Moritz II. von Amelunxen erbaut nun 1580 das bestehende Herrenhaus.
Durch Vererbung gehört dann das Rittergut im 17. Jahrhundert der Familie von Haxthausen, im 18. Jahrhundert der Familie Rübell von Biberach und schließlich dem osnabrückischen Domherren von Juden, der es 1830 verkauft an seinen Verwalter Conrad Schäfer. Vererbt an die Familie Henkelmann ist der Gräftenhof generationenlang ausschließlich in landwirtschaftlicher Nutzung, bis er 1979 dem jetzigen Eigentümer übergeben wird.
Das Herrenhaus, das Moritz II von Amelunxen 1580 errichtete, ist einerseits ein regelrechtes Adelspalais mit all den standesgemäßen Attributen wie beispielsweise den vier Ecktürmen oder dem zugrunde liegenden „Zweiraumhaus“-Schema. Andererseits ist es sehr im Gegensatz zur üblicherweise betonten Wehrhaftigkeit dieser Baugattung kein Massivbau, sondern ein Fachwerk, der überdies Besonderheiten der Architektur des Bauernhauses bzw. Ackerbürgerhauses aufweist: Es gibt eine richtige Deele — in diesem Falle eine Querdeele — die zu ebener Erde liegt. Und diese interessante und wohl einmalige Mischform aus Adelshaus und Bauernhaus ist gebaut nach den damals modernsten Anschauungen von Grundrissorganisation und Raumfolge. Das sind insbesondere die strenge Symmetrie des Erdgeschossgrundrisses und die ehemals vor dem barocken Umbau vorhandenen flurartigen Räume im Obergeschoss: Wesensmerkmale, wie sie beispielsweise die Villen Palladios und die Renaissance-Schlösser Frankreichs zeigen. Darin offenbaren sich künstlerische, wirtschaftspolitische und gesellschaftsgestaltende Neuerungen, die allgemein die Epoche der Weser-Renaissance hierzulande kennzeichnen.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 51.8054, 8.3208