Herren- und GutshausErfurt-Alach

Herrenhaus Alach

Herrenhaus Alach

Leerstehend

Das Klostergut Alach war ein 1104 erstmals erwähntes Klostergut in Alach bei Erfurt, das bis 1803 dem Peterskloster Erfurt gehörte. Das erhaltene Herrenhaus ist als Kulturdenkmal ausgewiesen, steht leer und ist akut vom Verfall bedroht.

Das Gut gehörte nach einer Besitzurkunde von 1104 dem Benediktinerkloster St. Peter und Paul in Erfurt und hatte eine Fläche von ca. 400 ha. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts verpfändete das Kloster einen Großteil seiner Ländereien in Alach teils an die Stadt Erfurt, teils an die Patrizierfamilie von der Sachsen, die wiederum ihre Hälfte 200 Jahre später komplett an die Stadt Erfurt veräußerte. Dennoch blieb dem Kloster hier ein großes Stück Landbesitz, das vom Klosterhof aus versorgt wurde.

1482 wurde ein älteres Herrenhaus erwähnt, das in der Zeit durch den bestehenden Bau ersetzt wurde. Es handelt sich um einen rechteckigen, zweigeschossigen Bruchsteinbau mit Walmdach. Im östlichen Teil ist eine über beide Geschosse gehende Kapelle eingebaut, die durch hohe gotische, spitzbogige Maßwerkfenster belichtet wurde. Dort fanden neben Gottesdiensten auch kirchliche Zeremonien statt. Hierzu gehörten die sogenannten Abtessen, die bei der Einführung von Amtsträgern und Gemeindevorstehern von der Gemeinde für den Abt samt Gefolge hier serviert wurden. Bis 1525 setzte das Peterskloster auch die Pfarrer des Dorfes Alach ein.

Nachdem die Bauten 1664 bei einer Belagerung des Kurfürsten Johann Philipp von Schönborn erheblichen Schaden genommen hatten, wurden sie anschließend instand gesetzt und um einen Kornspeicher und 1698 durch Nicolaus de Gouverneur (Abt 1682–1705) um ein weiteres Gutsgebäude erweitert. 1713 wurde das bestehende Herrenhaus durch Placidus Casselmann (Abt 1705–1737) als Wohnhaus für die Mönche umgebaut. Die Kapelle wurde 1715 mit einer Orgel des Erfurter Orgelbauers Johann Georg Schröter ausgestattet.

Am 23. März 1803 wurde das Klostergut wie auch das Peterskloster säkularisiert. Das Herrenhaus wurde weiter zu Wohnzwecken genutzt. Die restlichen Gebäude wurden nach und nach abgerissen und das von der Scheune stammende Abtwappen von 1698 wurde am Herrenhaus angebracht.

Ostern 1950 wurde die Kirche als katholische Kirche für Alach durch den Generalvikar der Diözese Fulda mit Sitz in Erfurt, Joseph Freusberg, wieder eingeweiht. Ende der 60er Jahre wurde die kirchliche Nutzung jedoch wieder aufgegeben und der Bau stattdessen durch einen Jugendclub genutzt. 1994 wurde das Gebäude mit Grundstück an Privatleute verkauft, die es verfallen lassen.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0

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