Tagungszentrum
Haus Welbergen

Die Wasserburg Haus Welbergen ist eine denkmalgeschützte Wasserburg in Welbergen, einem Ortsteil von Ochtrup im Kreis Steinfurt (Nordrhein-Westfalen).
Die umgräftete Anlage steht etwa 1,5 km südlich von Bökerhook. Sie ist seit dem 13. Jahrhundert nachweisbar und besteht aus dem Herrenhaus, der unregelmäßigen Vorburg und Nebengebäuden. Die Herren von Welleberghe residierten von 1298 bis 1330 auf dem Gut. Das Wohnhaus steht in einem erweiterten Abschnitt der Hauptgräfte frei im Wasser. Die baumumstandene Anlage befindet sich inmitten eines ausgedehnten Grabensystems.
Der Neubau des Herrenhauses wurde von 1560 bis 1570 für Christian von Oldenhus vorgenommen. Ein schmaler, unterkellerter Vorbau wurde im Südwesten integriert. Bei einer durchgreifenden Innenrenovierung wurden von 1730 bis 1733 die Fenster und das Treppenhaus neu eingebaut. Die Stuckdekorationen an den Kaminen und Decken wurden von 1744 bis 1746 umfassend restauriert und nach Bedarf rekonstruiert. Giebel und Firstkamine wurden 1776 erneuert. Der Torhausflügel der Vorburg und die Ringmauer mit drei Pavillons wurden wohl von 1625 bis 1632 erbaut. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden sie teilweise erneuert und im Inneren mit Stuckelementen versehen. Der mittlere Pavillon wird seit 1731 als sog. Marienkapelle genutzt. Die Ausstattung ist aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Zur Anlage gehören weitere Remisen- und Wirtschaftsgebäude von 1745 und 1890. Das Herrenhaus ist ein siebenachsiges, rechteckiges Backsteingebäude mit Dreistaffelgiebeln. Es ist regelmäßig durch Fenster und Gesimse aus Werkstein gegliedert. Eine einachsige Auslucht mit einem Dreistaffelgiebel ist in der Hauptfassade asymmetrisch angeordnet. Das Portal ist mit 1731 bezeichnet. An der Südfassade befindet sich ein Abtritterker. Über der Feuerstelle in der Küche wurde ein hölzerner Rauchfang angebracht; über einem gewölbten Keller befindet sich eine Upkammer. Der Zugang zur Vorburg erfolgt über die ehemalige Zugbrücke. Das Torhaus ist mit einem Dreistaffelgiebel ausgestattet. Die angrenzenden Wirtschafts- und Remisengebäude sind aus Backstein gemauert und sparsam mit Werkstein gegliedert. Der Garten wurde von 1965 bis 1966 angelegt. Nordöstlich vorgelagert steht eine Wassermühle mit Remise, der eingeschossige Fachwerkbau unter einem Knüppelwalmdach ist mit Backstein ausgefacht. Er ist mit 1802 bezeichnet. Hinter der Mühle befand sich der ehemalige, umgräftete Barockgarten, ein Torpfeiler ist mit 1730 bezeichnet. Ein weiteres Torpfeilerpaar steht südlich des Speichers. Es diente als Zugang zum ehemaligen Landschaftsgarten des späten 18. Jahrhunderts. Die Hauptzufahrt führt über eine Sandsteinbrücke von 1755. Auf der Brücke steht eine von Cornelius Sasse geschaffene Skulptur des Johannes Nepomuk.
Situation ab 1920+
Im Laufe der Jahrhunderte wechselten die Besitzer. Ende der 1920er wurde die Anlage an den Bankier Jordaan van Heek verkauft. Nach dem Tode seiner Witwe Bertha Jordaan van Heek wurde das Haus mit einem umfangreichen Grundbesitz in eine Stiftung überführt, die den Namen der Stifterin Bertha Jordaan van Heek trägt. Im Haus Welbergen befindet sich ein reichhaltiges Archiv, dessen wichtigster Teil die Korrespondenz des Freiherren von Fürstenberg und der Fürstin von Gallizien ist. Das Haus wird derzeit (2012) für Tagungen genutzt.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://www.zeche.org/
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 52.1888, 7.2508