Herren- und GutshausVelbert-Nierenhof

Haus Nierenhof

Haus Nierenhof

Restaurant

Das Gut Nierenhof liegt im Velberter Ortsteil Nierenhof, der früher zu Westfalen gehörte. Einst war es als „Rittergut Nederhofe“ bekannt. Gut Nierenhof, nach dem heute ein ganzer Ortsteil benannt ist, liegt am Übergang der vorgeschichtlichen Handelsstraße Hilinciweg (875 urkundlich als Begrenzung des Werdener Zehntbezirks erwähnt) über den Deilbach. Der Deilbach ist die historische Grenze zwischen Franken und Sachsen, bis 1354 zwischen der Herrschaft Hardenberg und der Grafschaft Mark, später zwischen dem Herzogtum Berg und Preussen und bis heute zwischen dem Rheinland und Westfalen. Da der Handelsweg eine erhebliche Bedeutung hatte, wurde an der „Kölner Furt“ über die Ruhr die Isenburg, einstmals die größte Höhenburg in Westfalen, angelegt. Es ist wahrscheinlich, dass auch der Deilbachübergang durch einen Rittersitz kontrolliert wurde. Begünstigend für die Anlage eines festen Hauses erscheint auch der Zusammenfluss von Deilbach, Heiersberger Bach und Felderbach mit ihren weiten fruchtbaren Tälern. Während die Bäche zur Anlage diverser Mühlen genutzt wurden entwickelte sich Nierenhof bis in die heutige Zeit zu einem Verkehrsknoten. Noch in der „Topographischen Charte der Grafschaft Marck von 1777“ ist der Nierenhof als „ein adeliches Gut“ gekennzeichnet.

Unweit des Rittersitzes auf dem Hattingener Homberg lag in Nierenhof (seit 1971 Ortsteil von Langenberg, heute Velbert) der Adelssitz der Familie von Nederhove. Bis zum Aussterben des Geschlechtes im 15. Jahrhundert waren die Herren von Nederhove isenbergisch-limburgische Dienstmannen. Ihr Wohnsitz lag am südwestlichen Ausläufer des Isenberges. Im Jahre 1172 war Hellwich v. Nederhove Ministerial der Kirche zu Köln. Später taucht der Name Slugh auf dem Nederhove auf. Im Jahre 1360 wurde Gudeke Slugh von Nederhove vom Grafen Dietrich belehnt. Träger des gleichen Namens hatten auch im 15. Jahrhundert das Richteramt in Hattingen inne. Im Jahre 1757 kaufte der Kaufmann Johann Peter Bachmann aus Langenberg den Landbesitz, der zu dem Gut gehörte, und errichtete darauf an der Hauptstraße umfangreiche Wohn- und Wirtschaftsgebäude.

Heutiges Gebäudeensemble und Denkmalwert+

Die heutige Landgaststätte besteht aus einem zweigeschossigen Fachwerkgebäude auf einem Bruchsteinsockel. Die Eckausbildung wurde nach Abbruch eines Eingangspavillions nachträglich neu befenstert. Die Straßenseite (Westseite) ist verschiefert. Das Nebengebäude ist aus Ruhrsandstein errichtet. Zwischen die beiden Hauptgebäude ist ein jüngerer Verbindungsbau in Fachwerkbauweise gesetzt worden. Den Abschluss des Ensembles bildet eine Hofauffahrt mit langer Stützwand und eine markante Felsformation eines interessanten geologischen Aufschlusses, an die sich die Gebäude anlehnen.

Das Gebäudeensemble war nicht in die Denkmalliste der Stadt Velbert eingetragen, als der Eigentümer 2013 einen Abbruchantrag stellte. Aufgrund von Medienberichten und Bürgerengagement prüft der Landschaftsverband Rheinland derzeit den Denkmalwert des Gebäudes, wie auch ggf. archäologische Bodenfunde im Zusammenhang mit dem Rittergut.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Nierenhof_1.jpg

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 51.3723, 7.1377