BurgVolkach

Hallburg

Hallburg

Restaurant
Weingut
Veranstaltungen

Die Burg Hallburg, auch Schloss Hallburg, ist eine Höhenburg auf dem 230 m ü. NN hohen „Hallburger Schlossberg“ über der Volkacher Mainschleife zwei Kilometer südlich von der Stadt Volkach im unterfränkischen Landkreis Kitzingen in Bayern.

Die Burg, deren Geschichte zum Teil im Dunkel liegt, war bis 1230 im Besitz der Grafen zu Castell, die im 11. Jahrhundert die Vogteirechte in Volkach hatten. Vermutlich erhielten sie die Burg als Reichslehen und betrieben sie als Zollburg am Main.

Im Sühnevertrag vom 18. Januar 1230 musste Graf Rupert zu Castell die Burg als Entschädigung an das Bistum Würzburg abtreten und empfing sie als Stiftslehen zurück. Als Castell’sche Dienstmannen auf der Burg werden die Brüder Berthold (1241, 1254), sein Bruder Friedrich (1244) und ein Albert (1248) genannt. Im Jahr 1314 kam die Burg an Heinrich von Hohenlohe, der erste Mainzoll wurde unter seiner Herrschaft erhoben. Die Fuchsen von Schwanberg erhielten Teile der Hallburg die sie 1334 verkauften.

1365 wurde die Burg Stephan Zollner zu Hallburg übereignet. Die Zollners sollten die Burg bis ins 17. Jahrhundert ihr eigen nennen. Im 15. Jahrhundert zerstörten Fehden und Unwetter die Hallburg. 1525, im Deutschen Bauernkrieg, plünderten Volkacher und Fahrer Bauern die Zollburg. Im Jahr 1631 besetzten die Schweden die Burg und feierten in der Kapelle protestantischen Gottesdienst. Vor allem aber setzte die Misswirtschaft der Eigentümer dem Gebäude zu, sodass 1634 das Gelände nicht länger an die Zöllner verliehen wurde.

Im 17. Jahrhundert kam die Anlage an die Grafen von Stadion. 1634 ist die Verwaltung einem Vogt überlassen, da die Grafen die Burg kaum bewohnten. Im Jahr 1639 ging das Burggelände an die Schenken von Stauffenberg, die bis zum Reichsdeputationshauptschluss Eigentümer der Burg blieben.

Nach der Säkularisation 1806 kam die Hallburg an Franz Erwein von Schönborn. In den 1840er Jahren änderte sich die Nutzung der Hallburg erneut: Die Sekundogenitur der Grafen von Schönborn fand hier ihren Sitz. Es folgten häufige Vermietungen der Schlossanlage, wodurch 1866 ein englischer Militär, 1869 der russische Baron von Grothues hier einzog. Am 1. Oktober 1955 wurde die Gemarkung mit Burg und Gutshof in die Stadt Volkach eingemeindet.

Auf dem Burgareal befinden sich heute der landwirtschaftliche Gutshof und das Weingut Graf von Schönborn mit der Weinlage “Schlossberg”, geführt von der Schönborn’schen Domänenverwaltung Wiesentheid. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege führt die Überreste der Hallburg unter der Denkmalnummer D-6-75-174-269.

Baubeschreibung+

Die Hallburg machte aufgrund ihrer Geschichte mehrere Zerstörungen und anschließende Aufbauphasen durch. Dabei nahm das bebaute Areal allerdings zunehmend an Größe ab. Die Burg war wohl früher doppelt so groß wie heute. Aus dem 13. Jahrhundert sind uns die Reste eines Rundturms erhalten. Für das Jahr 1454 ist ein Brückenbau auf der Burganlage verbürgt. Eine Inventarauflistung geschah 1490, danach war die Burg lediglich mit dem notwendigsten ausgestattet und bot vor allem Rüstungen und Armbrüsten Platz. 1492 kam es zur Erweiterung. Nun wurde erstmals Mauer, Graben und Zwinger erbaut.

Die nächsten Jahrhunderte brachten mit Kriegen und Aufständen Verfall für die Anlage. Erst die Grafen von Stadion erweiterten den Bau erneut. Nun wurde ein "Schneckenturm" neben dem Bergfried errichtet. Außerdem wurde der charakteristische Turm mit einem Dachstuhl versehen. Man sprach damals von einer oberen und einer unteren Burg.

Die Burganlage weist heute einen ovalen Bering auf. Die Mauern sind zum Teil noch erhalten. Der lange Wohnbereich aus dem 16. Jahrhundert, im Grundriss leicht geknickt, ist mit Treppengiebeln versehen. Das Satteldach wird von zwei Reihen Schleppgauben unterbrochen. Die Gewände der Fenster sind aus Naturstein und teilweise gekehlt. Die Portale im Süden der Anlage tragen unterbrochene Giebelverdeckungen. Der viergeschossige Bergfried schneidet in etwa der Mitte der Längsseite ein. Der Turm stammt aus dem 13. Jahrhundert, ist allerdings mit einer Renaissance-Haube abgedeckt. Reste der ursprünglich vorhandenen Vorburg finden sich im Westen der Anlage.

Die Schlosskapelle, die dem Patronat des heiligen Pankratius untersteht, befindet sich im Erdgeschoss des Bergfrieds. Sie weist Rippenkreuzgewölbe auf und ist etwa seit dem Jahr 1400 belegt.

Namensherkunft+

Der Name Hallburg (in älteren Werken auch Halburg) ist aus dem Althochdeutschen abgeleitet. Er setzt sich aus den Wörtern "Halle" und "Burg" zusammen. Halle, vom althochdeutschen "halla" stammend, bedeutet verbergen, verstecken. Burg entstand aus dem Wort Berg. Hallburg bedeutet demnach "Versteck auf dem Berg".

Nimm Mobile Geschichte mit auf die Reise

Diesen Text liest du gerade kostenlos. Mit Premium kommt dazu, was unterwegs zählt: Beschreibungen vorlesen lassen, Objekte durch die Kamera finden, Regionen offline mitnehmen.

  • Alle Beschreibungstexte, auch die der ~17.700 Premium-Objekte
  • Audio-Guide: Beschreibungen unterwegs vorlesen lassen
  • AR-Sucher: Objekte durch die Kamera sehen, mit Entfernung und Richtung
  • Unbegrenzte Merkliste

14 Tage kostenlos testen, danach ab 2,99 € im Monat. Jederzeit kündbar.

Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Mobile Geschichte

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 49.8507, 10.2128