Herren- und GutshausWittendörp-Tessin

Gutshaus Tessin

Gutshaus Tessin

Fachklinik für Drogenabhängige

Die wendische Siedlung Tessin (altsl. „Ort des Têša“) wurde 1230 erstmals urkundlich im Ratzeburger Zehntregister erwähnt und gehörte zu dieser Zeit zum Bistum Ratzeburg. Die nach deutschem Recht organisierten Dörfer, gleich ob von Slawen oder ins Land gerufenen deutschen Siedlern bewohnt, mussten Grundsteuern, den sogenannten „Zehnten“, an den Bischof in Ratzeburg zahlen. Diesen Zehnt wiederum verlehnte der Bischof an seine Lehnsmänner. Die verlehnten Zehnten wurden alsdann im Register verzeichnet. Den Zehnt von 5 der insgesamt 10 Vollbauernstellen in Tessin hatte Bischof Gottschalk an den slawischen Adeligen Herrmannus de Bluchere, also Herrmann von Blücher, verliehen. Der Familie von Blücher gehörte das Dorf bis 1616.

Von 1567 bis 1759 wechselte das Rittergut Tessin fünf Mal den Besitzer, danach war es im Besitz der Familie von Husan, ab 1779 im Besitz der Familie von Lützow bis 1888, der auch die Güter Dreilützow, Groß Salitz und Schönwolde gehörten und 1789 die Ländereien von Raguth dazukauften.

1835 wurde das Gutshaus Schloss Tessin mit seinem imposanten Aussichtsturm, dem Katzenturm, und einem angelegten Schlosspark, von der Familie von Bülow erbaut.

1921 ging das Rittergut in den Besitz des Grafen Isenberg, bis es 1938 an die Reichsumsiedlungsgesellschaft verkauft wurde. Von ihr wurden die umliegenden Ländereien für die Umsiedlung deutscher Bauern aufgeteilt. Das Schloss Tessin wurde zum Wohnhaus des Herrn von Kumrowski, einem Reeder aus Hamburg. Nach der Enteignung durch die Kommunisten 1945 wurde das Schloss Tessin bis 1954 als Krankenhaus genutzt. Von 1954 bis 1971 gehörte das Anwesen der Erzdiözese Breslau und wurde von Ordensschwestern der Elisabethinen geleitet. Nach der Verstaatlichung 1971 war im Schloss Tessin bis 1990 ein Pflegeheim für psychisch Kranke und ein Altenheim untergebracht.

Nach dieser bewegten Geschichte wurde das gesamte Gebäude mit erheblichem Aufwand zwischen den Jahren 1991 und 1995 denkmalgerecht rekonstruiert und grundsaniert. Es wird jetzt als Fachklinik für Drogenabhängige genutzt.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Rainer Gindele

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 53.5626, 11.0254