Privatbesitz
Gutshaus Rogäsen

Rogäsen war über 500 Jahre im Besitz der Familie von Werder. Das Rittergut derer von Werder wurde 1421 erstmals erwähnt. Es gab bereits auf dem Gut eine Poststation mit Gespannwechsel. Belegt ist die Tatsache, dass Friedrich der Große bei seiner Rückkehr von einer Truppenschau der Magdeburger Garnison, in Rogäsen einen Zwischenhalt einlegen musste, weil ein Rad der Kutsche gebrochen war. Friedrich verweilte bis die Reparatur beendet war, auf dem Gut derer von Werder. Danach erhielt der damalige Landrat Hans Dietrich von Werder vom König den Auftrag, die Melioration (Trockenlegung) des Bruches vorzunehmen. Außerdem wurde der durch das Bruch führende Holzdamm gepflastert.
Diese gelungene Umgestaltung veranlasste den König, von Werder als Geheimen Finanzrat nach Berlin zu berufen. Um angemessen übernachten zu können, unterstützte der König den Neubau eines Herrenhauses. Die Familie von Werder war Eigentümer des Schlosses mit Feldern und Wäldern bis 1848. Dann wurde das Schloss wegen Zahlungsunfähigkeit der von Werder mit sämtlichen Grundbesitz versteigert. Der damalige Landrat Gustav Graf von Wartensleben wurde neuer Eigentümer des Schlosses und Grundbesitzes.
Das Herrenhaus oder Schloss wurde 1780 gebaut. Es hat eine einfach gegliederte Fassade mit einem Balkon und einem Wappenrelief über dem Haupteingang. Umgeben wird das Schloss von einem Park von rund 25.000 Quadratmetern. Bis 1945 war das Schloss und der dazugehörige Grundbesitz, Eigentum der Familie von Wartensleben. Noch bevor die Rote Armee Rogäsen erreichte, war die Gräfin von Wartensleben zu Verwandten nach Westdeutschland geflohen. Auf Beschluss der sowjetischen Besatzungsmacht erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg im Zuge der Bodenreform die entschädigungslose Enteignung des gräflichen Familienbesitzes in Rogäsen.
Nach 1945 war zuerst eine russische Kommandantur im Schloss untergebracht, bevor Flüchtlingsfamilien aus den ehemaligen Ostgebieten dort einquartiert wurden. Von 1957 an wurden die Räume für den Schulunterricht genutzt, dann auch als Kindergarten. Ab 1993 suchte die Gemeinde Kaufinteressenten für das Schloss, um weiterem Verfall vorzubeugen. Im Jahr 1997 wurden Schloss und ein Teil des Parks an Berliner Geschäftsleute verkauft, die versprachen, Arbeitsplätze in der Gemeinde zu schaffen und das Schloss zu erhalten. Diese Verpflichtungen wurden jedoch nicht erfüllt und im Jahre 2000 wurde das Schloss an die Familie König verkauft. Frau König ist Enkelin der Gräfin von Wartensleben, einer Tochter der letzten Besitzerin des Schlosses.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Gregor Rom / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons
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