Privatbesitz
Gutshaus Krügersdorf

Zum ersten Mal wird das Dorf Krügersdorf im Jahr 1344 als Krugersdorph erwähnt. Damals wurden der Stadt Beeskow durch den Markgrafen von Brandenburg, Ludwig dem Älteren, ihre Rechte bestätigt und deren östliche Gemarkung beschrieben, an die Krügersdorf grenzte. Das Dorf hatte seit jeher ein Rittergut, deren Besitzer auch das Patronat über die Kirche besaßen. Bis zum Dreißigjährigen Krieg gab es im Ort 3 Bauern und 15 Koßäten, von deren Höfen im Jahr 1652 nur noch neun bewohnt waren. Damals wurden die Äcker der Bauern zum Rittersitz geschlagen, weshalb es seither in Krügersdorf nur noch Koßäten gab, zu welchen im 18. Jahrhundert noch einige Büdner hinzukamen. Der Ort hatte eine eigene Windmühle, deren Bau 1534 begann und welche bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts als solche existierte.
Die Besitzer von Krügersdorf
Im Jahr 1369 wird erstmals ein Claws [Klaus] van Crugerstorph genannt, welcher der Eigentümer des Ortes gewesen sein dürfte. Die ersten namentlich bekannten Besitzer waren die Herren von Große. Als im Jahr 1425 Johann von Biberstein wegen seiner Erbhuldigung die Stadt Beeskow überfiel, half ihm dabei Botho (von) Grosse, welcher zue Crugersdorff gesessen. Drei Jahre später wird ein Hans (von) Große und im Jahr 1483 werden die Brüder Heinrich und Friedrich (von) Große als Besitzer erwähnt. Der letzte dieser Familie war Simon (von) Große, der Krügersdorf in den 1530er-Jahren an den damaligen Besitzer der Herrschaft Beeskow und Bischof von Lebus, Georg von Blumenthal, verlor.
Der nächste Besitzer war Hans von Steinkeller, der aus dem Land Lebus kam, wo seine Familie mehrere Güter besaß. Er war 1534 Hauptmann von Beeskow und wurde im selben Jahr durch den Bischof von Lebus, Georg von Blumenthal, mit Krügersdorf belehnt. In diese Zeit fällt auch der Bau des Gutshauses, in dessen Erker (oben in der Mitte) noch heute die Jahreszahl 1539 zu lesen ist. Die darin stehenden Initialen „A. v. S.“ scheinen aber erst später von dem königlichen Generalmajor Anton Abraham von Steinkeller (1714–1781) hinzugefügt worden zu sein. In der Nacht des 31. Oktober 1823 kam es im herrschaftlichen Hause zu einer Feuersbrunst, bei der drei Bedienstete den Tod fanden. Noch heute ist eine beschriebene hölzerne Tafel von einer der Unglücklichen erhalten. Über Generationen waren die von Steinkeller die Junker von Krügersdorf und später auch Birkholz (Kreis Friedeberg / Neumark). Einige der Familienmitglieder wurden im sogenannten Steinkellerschen Erbbegräbniß unter der hiesigen Kirche beigesetzt, das während des Zweiten Weltkriegs stark verwüstet wurde. Nach über 300 Jahren im Besitz der Herren von Steinkeller, wurde um 1845 Friedrich Wilhelm Ludwig Lehmann der Gutspächter von Krügersdorf.
Ferdinand Möhring war neben dem Besitz in Krügersdorf auch Pächter der Domäne Beeskow und des Gutes Gramzow, das der Familie Karbe gehörte. Zudem pachtete er im Juni 1901 das Gut Blankenburg, ehemals Karbe. Der Grabstein im Krügersdorfer Park scheint zu ihm zu gehören. Sein Sohn war Hermann Möhring (* 1. Juli 1872 in Beeskow; † 2. August 1943 auf Krügersdorf). Als letzte Besitzer des Ritterguts, das 1929 eine Fläche von 755 Hektar hatte, wurden seine Erben nach dem Zweiten Weltkrieg von den Kommunisten enteignet. Seine Frau Melitta kam bei einem Tieffliegerangriff auf den Flüchtlingstreck am 24. April 1945 ums Leben.
Pfarrer Johannes Aisch, der in Krügersdorf von 1902 bis 1912 wirkte, erhielt von der Krügersdorfer Gutsherrenwitwe die Lehnbriefe zur Durcharbeitung ausgehändigt und gab sie im ersten Teil seiner handschriftlichen Chronik als Abschrift wieder. Ohne diese Arbeit gäbe es heute keine Kenntnis von den Briefen der Jahre 1534, 1578, 1599, 1609 und 1620.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Gutshaus_zu_Kr%C3%BCgersdorf_2009.jpg
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 52.1548, 14.3156