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Gutshaus Flachstöckheim

Die Familie von Schwicheldt wurde bereits 1350 mit einem Hof und Gütern in Flachstöckheim belehnt. Die Familie baute danach ihren Besitz im Dorf ständig aus, so dass ihr 1428 bereits das ganze Dorf gehörte. Außerdem erhielt Conrad von Schwicheldt die Erlaubnis, für sich und seine Familie einen Walhof (eine umfriedete Hofanlage) zu erbauen, dieser lag südlich des heutigen Worthlahweges. Als Charlotte Eleonore von Schwicheldt 1718 den Familienbesitz übernahm, wurden der Bau einer neuen Gutsanlage geplant. Erste Bauten wurden um 1722 begonnen, um auf dem Gelände der Alten Burg Wohnraum für die Handwerker und Tagelöhner zu schaffen. Der Neubau des Gutes wurde um 1730 begonnen. Ein Plan der Gutsanlage von 1734 zeigt an der Nordseite des Geländes das Herrenhaus, das auch heute noch erhalten ist. Östlich schließen sich ein Küchenhaus und weitere Garten- und Gewächshäuser an. Im Osten begrenzt ein Brauhaus das Gelände, im Süden das Torhaus mit Ställen und Wagenremise. Im Westen bilden eine Scheune und ein Schafstall den Abschluss.
Etwa ab 1750 begannen die Söhne von Charlotte Eleonore - Ernst Otto, August Eberhard und August Wilhelm - eine umfangreiche Erweiterung der Gutsanlage. Die Planungen hierzu lagen in der Hand des Festungsbaumeisters Dinglinger und des Hof-Baumeisters Johann Dietrich Heumann - beide aus Hannover. Die Gutsanlage wurde nach Westen hin erweitert und es wurden weitere Wirtschaftsgebäude, Ställe und eine zweite Scheune erbaut. Eine letzte Baumaßnahme durch die Familie von Schwicheldt wurde 1807 durchgeführt, als das im Osten stehende Brauhaus abgerissen und durch das „Kavalierhaus“ ersetzt wurde. Die Familie von Schwicheldt erwarb 1859 das Schloss Söder und verlegte 1869 ihren Familiensitz dorthin. Die Gutsanlage in Flachstöckheim wurde danach verpachtet. Im Zuge des Aufbaus der Hermann Göring Werke erwarben die Reichswerke die Anlage Ende der 1930er Jahre. Diese ließen die Gutsgebäude umbauen und hier Wohnungen für die Beschäftigten der nahen Bergwerke errichten. Die Anlage wurde 1981/82 umfassend renoviert und befindet sich heute im Besitz der Wohnbau Salzgitter.
Mit dem Bau der Gutsanlage wurde an der Nordseite auch ein Garten angelegt, von dem Baupläne aus dem Jahr 1753 erhalten sind. Diese zeigen einen im Stil der Gartenanlagen von Versailles angelegten Barockgarten. Der Garten war nahezu quadratisch und umfasste eine Fläche von etwa 20 Morgen. Vom Eingang des Herrenhauses führte ein Hauptweg nach Norden, der in der Gartenmitte einen kleinen Platz querte. An der West- und Ostseite des Gartens schlossen sich verschiedene Nutzgärten an, später wurde im Westen noch ein Baumgarten angelegt. Die Anlage war von einer Mauer umgeben, den Zugang zum Hauptweg bildete ein schmiedeeisernes Tor in der Nordwand. Im Jahr 1837 ließ die Familie von Schwicheldt den Garten im Stil eines englischen Landschaftsgartens umbauen. Während des Zweiten Weltkriegs und in den folgenden Jahren verfiel der Garten. Heute (2013) sind noch ein Teil des Baumbestandes und die Außenmauer erhalten. Die Gartenanlage, zu der auch eine Freilichtbühne gehört, wurde zuletzt 2008 bis 2010 durch die Stadt Salzgitter saniert.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Salzgitter-Flachst%C3%B6ckheim_-_Gutsanlage_Au%C3%9Fenansicht_2012-09.jpg
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
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