Privatbesitz
Gutshaus Bossow
Das Pächterhaus wurde 1773 und das Schäferhaus mit der Scheune 1777 erbaut. 1790 gehörten zum Gutshof neben dem Pächterhaus schon ein Pferdestall, eine Scheune, ein Vieh- und ein Schafstall. Die vom Klosteramt versprochene Scheune war zwar genehmigt, doch auch 1779 noch nicht errichtet worden. Die dann vor 1818 errichtete große Scheune mit dem Wagenschauer stand wegen der hohen Brandgefahr etwas abseits vom Backhaus. 1859 erfolgten Reparaturarbeiten am alten Schafstall, am Viehhaus, am Pferdestall und der Scheune.
1867 wurde das neue Viehhaus gebaut und 1882 kam der Schafstall mit einem Maschinenschauer an der Scheune hinzu. Durch Blitzschlag brannten am 12. August 1903 auf dem Hof die Scheune und zwei Stallgebäude für Pferde, Schweine, Hühner und Holz ab. Bei dem schlechten Zustand der Gebäude fiel die Entschädigungssumme der Brandversicherung sehr gering aus. Schon 1904 wurden der dreigeschossige Speicher und die Scheune neu gebaut. 1924 hatte das Gut wieder 13 Pferde, 50 Kühe, 40 Schweine und 200 Schafe im Bestand. Nach einem Brand des Viehhauses am 1. Oktober 1924, bei dem auch 29 Schafe verbrannten, wurde der Holzstall als Notpferdestall genutzt. Erst im August 1925 war der neue Pferde- und Schafstall fertig.
Der 1904 errichtete Speicher wird heute als Wohnunterkunft genutzt und trägt am Giebel eine Sandsteintafel mit den Initialen des Klosteramts Dobbertin (K. L. A.D.) und dem Baujahr (1904). Der später umgebaute Viehstall beherbergt derzeit eine Großküche der Volkssolidarität.
Pächter des Gutes waren in der Folge:
- 1802 H. Düßle
- 1804 Johann Wilhelm Leopoldi mit Erben
- 1847 Johann Christoph Besecke, 1861 als ruhiger ordentlicher Mann und als guter Landwirt eingeschätzt, doch 1878 wurde ihm der Hof abgenommen.
- 1879 Oeconom Georg Kleber aus Lübz, 1891 Konkursverfahren, hatte 102.253 Mark Schulden.
- 1891 Oeconom August Pieritz aus Stralsund, aus gesundheitlichen Gründen erfolgte eine Weiterverpachtung.
- 1897 Baller aus Bölkow, war nach schwerer Krankheit unfähig, den Hof weiter zu bewirtschaften.
- 1900 Heinrich Zenker aus Dobbertin
- 1914 Johannes Evers aus Wismar
- 1928 Sohn Karl Ludwig Evers, wegen wirtschaftlichen Zusammenbruchs wurde der Hof 1931 abgenommen und für kurze Zeit vom Staat in Selbstbewirtschaftung geführt.
- 1931 Rudolf Pentzlin, war 1943 schon 74 Jahre alt, Vieh vernachlässigt...
- 1944 Neffe Ulrich Pentzlin aus Schmachtenhagen wurde als Treuhänder und Betriebsleiter eingesetzt. Bereitstellungsschein im Januar 1945 vom Staatsminister zurückgenommen. Am 27. Juli 1945 vom Güstrower Landrat Bauch als Wirtschaftsleiter eingesetzt.
Um 1805 plante das Klosteramt, „die 5 Außenschläge von dem Gute Bossow, welche zusammen etwa 117 ha enthalten, von der Pachtung abzunehmen und solche ganz mit Tannen besamen zu lassen, weil der größte Teil dieses Ackers Weh-Sand wäre, der auf dem guten Acker häufig durch Wind und Sturm hinüber getrieben würde, und demselben zum größeren Schaden wäre.“ Gleichzeitig sollte der „zu dem Gute Bossow gehörende nicht unbeträchtliche See“, den bisher der Holzwärter nutzte, an den „Pensionär“, den Gutspächter verpachtet werden. Doch 1807 fehlten immer noch die Tannensamen. Pächter Zenker hatte sich trotz des recht mäßigen Bodens 1912 bereit erklärt, statt der bisherigen 4650 Mark sogar 5000 Mark Jahrespacht zu zahlen und erhielt daraufhin den Zuschlag.
1920 hatte das Gut eine Größe von 248 Hektar. Ein Fünftel dieser Flächen waren aber Wasser, wovon der Bossower See den größten Teil einnahm. 1941 war Pächter Wilhelm Leplow aus Spendin bereit, die Leitung mit einem Betreuungsvertrag zu übernehmen, scheiterte aber an der Freigabe von Betriebsstoff für seine PKW. 1942 wurde eine Unterbringung von Zivilrussen auf der Domäne mangels Räumlichkeiten abgelehnt. Die letzte Baubesichtigung fand 1943 statt.
Im Mai 1997 wurde auf dem Gelände des ehemaligen Gutes eine Nachsorgeeinrichtung für Suchtkranke durch die Volkssolidarität eingerichtet.
Gutshaus
Das einfache Pächterhaus mit einem Mittelrisalit dürfte aus der Entstehungszeit des Hofes um 1780 stammen und wurde 1820 umgebaut. 1920 kam der Abortanbau und 1923 der Windfang hinzu. Der ursprüngliche Backsteinbau ist heute verputzt und dient mit einem Nebengebäude ebenfalls der Nachsorgeeinrichtung der Volkssolidarität. Das Pächterhaus besaß keinen aufwendig gestalteten Gutspark, sondern nur einen für diese Zeit typischen Obst- und Nutzgarten. Die Rosskastanie inmitten des heutigen Hühnerhofes wurde wahrscheinlich im 19. Jahrhundert gepflanzt.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Bossow_Gutshaus_2011-03-03_162.JPG
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
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