Waldorfschule Halle
Gutshaus Beesen

Das Gut Beesen liegt auf einer Anhöhe über der Elster, mit weitem Blick über eine einmalig schöne Auenlandschaft (heute Landschaftsschutzgebiet). Es gehört zu einem Ort gleichen Namens am südlichen Rand der Stadt Halle/Saale. Das Ortssiegel zeigt einen Fischer im Kahn, deutend auf eine ehemals sorbische Fischersiedlung. Neusteinzeitliche Wohngruben, Brandgräber und Feuersteinwerkzeuge sind zeugen uralter Besiedlung dieses Gebietes. Die Ersterwähnungund nachweisliche Bebauung des Gutes ist für das 1298 datiert und ist den Gebrüdern Bezeme zuzuschreiben, die dem heutigen Ort Beesen ihren Namen gaben.
Geprägt ist die Geschichte des Ortes und des Gutes Beesen von Jahrhunderte alten Kämpfen und Fehden um die alte Land-, Handels- und Heerstraße Richtung Merseburg. Das Rittergut Beesen wechselte häufig seinen Besitzer. So wurde mit den Besitzern, Gebrüder von Bose eine intensive Bautätigkeit auf dem Gutsgelände verbunden. So ist in den Archiven der Stadt Halle zu lesen, dass Christoph von Bose das Schloss Beesen als Adäquat zum damaligen Schloss Ammendorf (heutiges Herrenhaus) baute mit Ökonomiegebäuden und Lusthaus (höchstwahrscheinlich der heutige Speicher). Jedoch verschuldete er sich so stark, dass er das Rittergut veräußern musste.
Im Jahre 1593 erwarb die Stadt Halle, die aus strategischen Gründen zur Überwachung der alten Handels- und Heerstraße sehr am Besitz des Gutes interessiert war, das Gut von Familie Bose für 17 000 Taler. Die Jahreszahlen an einigen Gebäuden unserer Schule sowie am imposanten Gutshoftor belegen hier eine intensive Bautätigkeit. Nach dem zerstörerischen Dreißigjährigen Krieg erwarb das Domkapitel zur Magdeburg das Gut, ab 17 26 war die Theologische Fakultät Besitzer und zeichnet sich verantwortlich für den Anbau am Herrenhaus (gebaut als Schulräume). Erst 1788 kam das Gut für 50 100 Taler bis zum heutigen Tag in den Besitz der Stadt Halle zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das alte Gut von der VEG Tierzucht (Volkseigenes Gut) genutzt und stark heruntergewirtschaftet. Der Verein der Freien Waldorfschule Halle schloss 1994 auf der Suche nach einem geeigneten Areal für unsere Schule mit der Stadt Halle einen Erbaurechtsvertrag und ist seit dem Besitzer dieser alten Gemäuer. In zwei großen Bauabschnitten, der erste erstreckte sich von 1996 bis zum Jahr 2000 und der Zweite von 2005 bis Ende 2009 konnten wir die vorhandene Gebäudesubstanz nutzen und unter Beachtung der denkmalrechtlichen Auflagen und örtlichen Gegebenheiten zu einer Schule umbauen.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Roland Neubert, Halle (Saale)
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 51.4295, 11.9668