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Gutshaus Bandelin
Das Gutshaus Bandelin, auch als Schloss Bandelin bezeichnet, ist ein denkmalgeschütztes Herrenhaus in Bandelin im Landkreis Vorpommern-Greifswald.
Ein älteres Gutshaus wurde wahrscheinlich im 18. Jahrhundert unter Felix Dietrich von Behr errichtet. Es wurde bei einem Brand am 29. Januar 1927 zerstört. Dabei ging die Kunstsammlung der Gutsbesitzer verloren. Neben Kunstwerken aus China, Japan und Afrika befand sich eine mit 500.000 Reichsmark versicherte Gutenberg-Bibel in der Sammlung. Durch die Regulierung des Schadens gingen zwei Versicherungsgesellschaften in Konkurs.
Felix Wilhelm von Behr-Bandelin ließ mit den Versicherungsgeldern 1930 südwestlich des alten Standorts ein neues Gutshaus errichten. Die Familie von Behr wurde 1945 durch die Kommunisten zwangsenteignet und vertrieben. Für kurze Zeit wurden Flüchtlinge untergebracht. 1946 wurde das Gebäude umgebaut und bis 1999 als Kinderheim genutzt. Nach dem Verkauf an einen Investor wurde das Gutshaus aufwändig restauriert.
Die teilweise erneuerten Reste des abgebrannten älteren Gutshauses wurden ab 1945 als Schule genutzt. Dieses Gebäude dient heute als Wohnhaus.
Gebäude+
Das Gutshaus Bandelin ein neobarocker Putzbau von elf Achsen. Es wurde zweigeschossig über einem hohen Sockelgeschoss errichtet. Das Walmdach ist von Fledermausgauben besetzt. An der Hofseite befindet sich ein flacher dreiachsiger Mittelrisalit mit Freitreppe, in dessen Giebelfläche sich eine Kartusche mit dem Wappen der Familie von Behr befindet. Der mit Kolossalpilastern gegliederte Risalit an der Gartenseite tritt halbkreisförmig hervor. Er hat eine breit ausschwingende Freitreppe und ein mit Kupfer belegtes Kuppeldach.
Hinter dem Risalit befindet sich der ovale Gartensaal. Das Treppenhaus und verschiedene Stuckdecken sind erhalten. Im früheren Jagdzimmer befinden sich als Bären gestaltete Konsolen sowie Wappenscheiben.
Park+
Der Landschaftspark erstreckt sich südlich des Gutshauses und von dort weiter in östlicher Richtung. Er ist geprägt von den langgestreckten Teichen mit einer Insel. Er wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts angelegt. Dort befand sich bis 1920 ein Großsteingrab, das der örtliche Lehrer Knuth ausgrub, heute sind dort nur noch kleine Steine vorhanden, die großen wurden sicher zerschlagen und weitergenutzt. In seinem östlichen Teil befindet sich der Friedhof mit dem Mausoleum für die Familie von Behr - heute als Friedhofskapelle genutzt, weil die Särge 1945 von der Sowjetarmee entfernt wurden. Im Mausoleum befanden sich bis 1954 zwei Skulpturen des Italieners Donatelli, die Graf von Behr von seinen Reisen mitgebracht hatte. Diese wurden 1954 vom Kulturbund nach Greifswald zum Kunst-Institut der Uni gebracht, weil ihr Schutz in Bandelin nicht mehr gewährleistet war.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Bandelin-Schloss-0407b.JPG
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 53.9629, 13.3820