Herren- und GutshausWürselen

Gut Kaisersruh

Gut Kaisersruh

Privatbesitz

Gut Kaisersruh ist eine denkmalgeschützte ehemalige Hofanlage nördlich von Aachen. Sie befindet sich an der Bundesstraße 57 Richtung Würselen, zu dessen heutigem Stadtgebiet sie gehört. Gut Kaisersruh trägt auf der Würselener Denkmalliste die Nr. 2. Große Teile der Anlage sind als Ruine erhalten.

Die zunächst als „Mauenhof“ bezeichnete Hofanlage wurde wohl im frühen 19. Jahrhundert in klassizistischem Stil errichtet. Nach 1900 kam auf der Rückseite ein neobarocker Anbau hinzu. Auch ein Landschaftsgarten gehörte zur Anlage. Erstmals auf Kartenwerken des Jahres 1846 sind Gebäude des Gutes erkennbar. Noch besser lassen sie sich auf den Karten der preußischen Landesaufnahme von 1895 bzw. 1910 fassen. Auf der Südseite befindet sich ein Bauernhof – der einzige heute intakte und genutzte Teil des Anwesens.

In den 1870er-Jahren erhielt das Gut eine Eisenbahnanbindung über den 800 Meter nordwestlich gelegenen Haltepunkt Kaisersruh der Bahnstrecke Aachen Nord–Jülich. Er wurde 1973 außer Betrieb genommen.

Herkunft des Namens „Gut Kaisersruh“

Anlässlich des Monarchenkongresses 1818 in Aachen im Nachgang der napoleonischen Kriege war der russische Zar Alexander I. Gast bei Freiherr Ludwig von Fisenne, im Herrenhaus des Hofes, der seitdem als „Gut Kaisersruh“ bezeichnet wird.

Beschreibung der Anlage+

Der frühere Aufbau und die Gestaltung des Anwesens werden wie folgt beschrieben:

„Die zur Aachener Straße ausgerichtete Schauseite des Wohnhauses Kaisersruh ist dreigeschossig mit drei Fensterachsen gestaltet. Die mittlere Fensterachse war als Risalit mit einem Dreieckgiebel ausgebildet, letzterer stürzte jedoch 1999 ein.

Die Schmalseiten des Hauses sind zweiachsig gegliedert, hier wie an der Hauptfassade gibt es Lisenenrahmungen. Zwischen dem mit Putzbändern verzierten Erdgeschoss und den oberen Geschossen ist ein umlaufendes Gesims eingefügt.

Ursprünglich trug das Haus ein Walmdach mit Belvedere. Vor dem in der Fassadenmitte angeordneten Haupteingang steht ein Portikus über dorischen Säulen mit einem Balkon darüber, der von Eisengittern eingefasst ist. An der Südseite besteht ein schmaler Anbau, der deutlich hinter der Flucht der Straßenfassade liegt. Von den (sic!) wertvollen Innenausstattung des Gebäudes blieb nichts erhalten.

Der 1904/1905 errichtete neobarocke Anbau an der West-, zugleich Rückseite des Herrenhauses entstand über einem mehrteiligen Grundriss mit einem polygonalen Erker, der zur Remise ausgerichtet ist. Die architektonische Gestaltung des Anbaus hebt sich vom klassizistischen Haupthaus deutlich ab, denn die dem Barock entlehnten Formen sind reicher; die Fenster des Erdgeschosses schließen mit runden Formen, die Fenster des Obergeschosses sind über den Fensterstürzen mit Stuckbögen und Rankenornamenten dekoriert. Es gibt kein drittes Geschoss (wie beim Haupthaus), sondern ein ausgemauertes Mansarddach oberhalb des ersten Obergeschoss. Der Bänderputz vom Erdgeschoss des Haupthauses sowie das Gesims darüber sind motivisch auch um den Anbau herumgeführt worden.“

Bemühungen zur Wiederherstellung und modernen Nutzung der Gebäude+

Pläne für die Nutzung und Sanierung der Anlage in den vergangenen Jahrzehnten konnten nicht umgesetzt werden, die Gebäude verfielen weiter. Seit den 1990er-Jahren wurden einige Denkmalschutzbestimmungen gelockert.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Ruine_Haus_Kaisersruh,_W%C3%BCrselen,_St%C3%A4dteregion_Aachen,_Deutschland.jpg

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 50.8100, 6.1149