BurgWürzburg

Grafeneckart

Grafeneckart

Rathaus

Der Grafeneckart ist der älteste Teil des Würzburger Rathauses. Er befindet sich in der Altstadt nahe dem Vierröhrenbrunnen. Durch den 55 Meter hohen, romanischen Turm ist das stadtgeschichtlich bedeutsame Baudenkmal zwischen Domstraße und Alter Mainbrücke schon von weitem zu erkennen.

Das Gebäude wurde als mittelalterlicher Geschlechterturm erstmals 1180 erwähnt. Benannt wurde der Turm nach dem bischöflichen Schultheißen und Vize-Burggrafen "Eggehardus", der hier wohnte.

Der im Ursprung romanische Gebäudekomplex wurde im Jahr 1316 von der Stadt käuflich erworben und in den folgenden Jahrhunderten beständig erweitert und erhöht. Die Ratsversammlungen wurden vom "Hofe zur Glocke" (später Haus zum Hirschen) in den Grafeneckart verlegt. 1453 wurde der Turm ausgebaut und mit der Feuer- und Sturmglocke versehen. 1508 kam eine weitere Glocke hinzu. Der angebaute Seitenflügel trägt den Namen "Grünbaum". Hier befindet sich der alte Ratssaal (Wenzelsaal). Hoch aufragend über die Bürgerhäuser der Altstadt verkörperte das Bauwerk das freiheitliche Selbstverständnis der nach Autonomie strebenden Würzburger und ist Symbol der bürgerlichen Freiheit.

Während der Bombenangriffe am 16. März 1945 wurde der mittelalterliche Kern des Grafeneckart teilweise getroffen. Hierbei blieben zwar Gewölbe und die Fassade erhalten, aber die im 16. Jahrhundert durchgeführten Erweiterungen über dem Wenzelsaal wurden vollständig zerstört. Dies hatte zur Folge, dass auch der Wenzelsaal in Mitleidenschaft gezogen wurde und 1950 renoviert wurde.

Im Jahr 2003 gab es eine umfangreiche Innenrestaurierung des Wenzelsaals.

Gebäude+
  • Der Platz vor dem Gebäude trägt den Namen Beim Grafeneckart; das Gebäude hat die Bezeichnung "Beim Grafeneckart 1" und ist Teil des Rathauskomplexes und daher mit Rückermainstraße 2 verbunden.
  • Der zweigeschossige Wenzelsaal, eine mitelalterliche profane Halle hat eine Grundfläche von 9,50 auf 12,30 Metern und unterteilt sich in zwei Schiffe von 6,70 Meter (über einem Untergeschoss) und 4,70 Meter Breite. Es handelt sich um einen der ganz wenigen und gut erhaltenen romanischen Raum in Deutschland aus dieser Zeit, der nicht zu einer Kirche gehörte. Um 1336 wurde der Saal mit Wandmalereien ausgestattet.
  • Die Turmhöhe beträgt 55 Meter.
  • Eine bemerkenswert schöne Sonnenuhr schmückt die Südfassade des Turms, vom Vierröhrenbrunnen aus gut zu bewundern. Die Inschrift mahnt zur Bescheidenheit: "Keines Menschen Geist hält den Lauf / Von Sonne, Mond und Sterne auf." Bemerkenswert ist sie allerdings auch wegen ihrer Ungenauigkeit. Selbst nach präziser Umrechnung aller genau berechenbaren jahreszeitlichen und Längengradabweichungen weicht sie, vor allem nachmittags, bis zu 40 Minuten ab. Zum Glück wird dadurch ihre Schönheit keineswegs geschmälert. Wer dennoch Wert darauf legt, sie beim Anzeigen der wahren Ortszeit zu ertappen, sollte sie eher an einem sonnigen Vormittag im Mai aufsuchen.
  • Im Erdgeschoss des Grafeneckarts befindet sich ein Gedenkraum für die Erinnerung an die Zerstörung Würzburgs. Dieser wurde 2010 / 2011 modernisiert. Jedoch sorgte die Verwendung des Begriffs "Terrorangriff" auf den neuen Infotafeln für kontroverse Diskussionen.
Führungen+

Vom 6. Mai bis 26. Oktober 2013 finden wieder jeden Samstag kostenlose ca. eineinhalbstündige Rathausführungen statt. Treffpunkt ist jeweils um 11 Uhr am Rathaushof beim Grafeneckart, gegenüber des Vierröhrenbrunnens. Es wird unter anderem der historische Grafeneckart-Turm und der Ratssaal mit seinem monumentalen Wandgemälde von Wolfgang Lenz besichtigt. Auch der Wenzelsaal, der älteste Gebäudeteil des Rathauses, und der Wappensaal stehen dann auf dem Programm.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://wuerzburgwiki.de/wiki/Datei:Wuerzburg_grafeneckart.jpg

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 49.7933, 9.9285