Privatbesitz
Gamburg
Die Burg Gamburg ist eine Spornburg in Gamburg, einem Ortsteil der Gemeinde Werbach im Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg. Sie liegt direkt über Gamburg auf einem Bergsporn oberhalb der Tauber.
Die Burg befindet sich seit 1546 in Privateigentum und wird bewohnt.
Die Burg wurde Mitte des 12. Jahrhunderts von den Erzbischöfen von Mainz erbaut, erstmals 1157 als „castrum Gamburc“ erwähnt und ging gleichzeitig als Lehen von Erzbischof Arnold von Selenhofen in den Besitz des Edelfreien Beringer von Gamburg, welcher dafür dem Erzbischof die villula Brunnenbach, den heutigen Schafhof bei Bronnbach, überließ. 1546 erwarb Eberhard Rüdt von Collenberg die Burg vom Mainzer Erzbischof durch Tausch. Danach erbten die Burg Dietrich von Hattstein (1568), Eberhard Brendel von Homburg (1570), die Vettern Hartmut der Ältere und der Mittlere von Kronberg (1590), Hartmut der Ältere von Kronberg alleine (1592), die Herren (später Freiherren) von Dalberg (1606) sowie die Freiherren (später Reichsgrafen) von Ingelheim (1722). 1936 ging die Burganlage an Graf Emanuel von Westerholt-Gysenberg. Nach dem Krieg wurden hier Heimatvertriebene untergebracht. 1947 vermietete Graf Westerholt Teile der Burg dem Caritasverband; als Untermieter wurden 1949 die ländliche Heimvolkshochschule für Nordbaden und 1957 eine Förderschule für Aussiedler aufgenommen. Seit 1980 ist die Burg im Eigentum der Familie von Mallinckrodt.
Anlage+
Die Burganlage mit beinahe ovalem Grundriss besteht aus einem staufischen Bergfried mit einer Grundfläche von ca. 10 × 10 Metern und einer Mauerstärke von ca. 3 Metern, daran anschließend den ehemaligen Stallungen sowie dem sog. Försterhaus, dem gegenüberliegenden sog. "Schloss" bestehend aus dem Kapellenturm, dem Palas, dem Mittleren Bau sowie dem Hinteren Bau, in dem sich seit 1921 eine Kapelle befindet, einer Zwingeranlage mit sechs Halbkreisbastionen, einem runden Eckturm, einem äußeren Tor mit zwei Rundtürmen sowie dem Halsgraben und dem barocken Burgpark.
Im Gegensatz zu vielen anderen Burgen wurde die Gamburg zwar, wie z. B. in der Renaissance, einige Male umgebaut, doch wurde sie nie zerstört und war allzeit bewohnt. Auch im Bauernkrieg blieb sie dank des persönlichen Einschreitens Götz von Berlichingens als eine der wenigen Burgen unversehrt.
Der Saal des ursprünglich romanischen Palas-Baus, welcher von Beringer dem Jüngeren von Gamburg in den 1180er Jahren erbaut wurde, hat eine Grundfläche von 126 m². Er verfügte ursprünglich über eine Fußbodenheizung und ist der einzige dessen Original-Ausmalung überhaupt noch erhalten ist. Seine 1986 entdeckten spätromanischen Malereibefunde sind die ältesten profanen Wandmalereien nördlich der Alpen (vor 1219). Sie sind mit lateinischen und deutschen Inschriften versehen und erzählen in Form einer fortlaufenden Bildergeschichte Szenen aus dem 3. Kreuzzug unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Beringer d. J. von Gamburg ist beim dritten Kreuzzug mit dabei gewesen. Er hatte sich den Truppen des Würzburger Bischofs Gottfried von Spitzenberg Helfenstein angeschlossen, der zuvor Kaiserlicher Hofkanzler gewesen war. Für die damalige Zeit war dieser Raum mit seinen ungewöhnlich weiten, romanischen Doppelarkaden ein Wunderwerk der Baukunst.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Mobile Geschichte
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Lage: 49.6961, 9.6027