Die Initiative zur Gründung des Franziskanerklosters in Soest ging 1233 vom Kölner Erzbischof Heinrich von Molenark aus, der das Provinzialkapitel der Sächsischen Provinz um eine Niederlassung bat. Das Kloster wurde später Teil der 1239 gegründeten Kölnischen Ordensprovinz. Ab 1259 förderte Erzbischof Konrad von Hochstaden den Bau von Kirche und Konventsgebäuden durch Ablässe, was die Bautätigkeiten bis etwa 1290 vorantrieb. Die Franziskaner kümmerten sich in Soest besonders um die städtischen Unterschichten, Kranke und Sterbende. Nach der Einführung der Reformation um 1531/32 war die Existenz des Klosters bedroht, doch die Brüder kehrten nach einem vorübergehenden Aufenthalt in Werl zurück, um die katholische Minderheit zu betreuen. Im 18. Jahrhundert verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage, und bei der Aufhebung des Klosters infolge der Säkularisation im Jahr 1814 lebten nur noch wenige Brüder dort. Anschließend beherbergten die Gebäude ein Lehrerseminar und später ein Predigerseminar. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Klostergebäude und die Kirche bei Bombenangriffen schwer beschädigt.
Franziskanerminoritenkloster Soest

Das Franziskanerminoritenkloster in Soest, auch bekannt als „graues Kloster“ aufgrund der Ordensfarbe, war die erste Niederlassung der Minderbrüder in Westfalen. Von seiner Gründung im Jahr 1233 bis zur Säkularisation 1814 prägte es das religiöse und soziale Leben der Stadt. Die zugehörige gotische Klosterkirche Neu St. Thomae dient heute als evangelische Pfarrkirche und ist ein bedeutendes Zeugnis mittelalterlicher Baukunst.
Geschichte+
Lage+
Das ehemalige Franziskanerminoritenkloster befindet sich in der Stadt Soest in Nordrhein-Westfalen, Deutschland.
Vor Ort+
Die gotische Klosterkirche Neu St. Thomae, deren Bau 1259 begann und deren Chor 1292 geweiht wurde, ist eine dreischiffige, vierjochige Hallenkirche mit weiten Pfeilerabständen und lichtdurchflutetem Innenraum. Ihre Architekturformen, insbesondere die Maßwerkfenster, zeigen eine enge Verbindung zum Kölner Dom. Nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche zwischen 1956 und 1966 wiederaufgebaut. Seit 1851 dient sie als evangelische Pfarrkirche der Thomasgemeinde und wird zunehmend für kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Ausstellungen genutzt. Seit 2025 fungiert sie als Kulturkirche Neu St. Thomä, deren Veranstaltungen vom Kunstverein Soest geplant und organisiert werden. Die 1970 eingebaute Schuke-Orgel verfügt über 37 Register auf drei Manualen und Pedal.
In der Naehe+
- Schloss Sassendorf (Bad Sassendorf) (Schloss, ca. 4375 m entfernt)
- Herrenhaus Broel (Welver) (Herren- und Gutshaus, ca. 5797 m entfernt)
- Herrenhaus Ahse (Welver) (Herren- und Gutshaus, ca. 8003 m entfernt)
- Schloss Nehlen (Berwicke) (Schloss, ca. 8633 m entfernt)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Albert Ludorff / Public domain via Wikimedia Commons
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Lage: 51.5692, 8.1128