Die erste Niederlassung der Minderbrüder, einem Zweig des Franziskanerordens, erfolgte in Münster im Jahr 1247. Ab 1284 entstanden ein Kloster und eine gotische Kirche im Stil der Bettelorden. Dieser Konvent war Teil der Kustodie Westfalen innerhalb der Kölnischen Franziskanerprovinz. Nach der Spaltung des Ordens im Jahr 1517 schloss sich der Münsteraner Konvent den Minoriten an. Das Kloster überstand die Reformation und die Täuferzeit (1533–1535), musste jedoch neu ausgestattet werden. Ab 1619 diente es als Noviziat der westfälischen Minoriten, bis es 1811 im Zuge der Säkularisation aufgelöst wurde. Die Minoriten kehrten nicht nach Münster zurück; die Klosterkirche wurde später zur evangelischen Apostelkirche. Die Franziskaner-Observanten gründeten 1614 eine eigene Niederlassung in Münster, zunächst in leerstehenden Gebäuden. Trotz des Widerstands der Minoriten erhielten sie die Erlaubnis des Kölner Erzbischofs. Ab 1627 gehörte der Konvent zur Sächsischen Franziskanerprovinz. Zwischen 1629 und 1634 entstanden neue Klostergebäude und eine Kirche an der Bergstraße. Dieses Kloster avancierte zum Hauptkloster der Saxonia, Sitz des Provinzialministers und Hauptstudienkloster für Theologie. Die Observanten erfreuten sich großer Beliebtheit und stellten im späten 18. Jahrhundert Dozenten an der Universität Münster. Auch dieses Kloster wurde 1811 säkularisiert. Nach Kriegszerstörungen dient die ehemalige Observantenkirche seit 1961 als Evangelische Universitätskirche. Nach ersten Lockerungen der Klostergesetze kehrten die Franziskaner-Observanten 1853 nach Münster zurück. 1860 begannen sie mit dem Bau einer „Residenz“ am Hörster Tor, einem kleineren Kloster mit dem Fokus auf Seelsorge. Während des Kulturkampfes war dieses Kloster von 1875 bis 1887 geschlossen.
Franziskanerkloster Münster

Das Franziskanerkloster in Münster, Nordrhein-Westfalen, repräsentiert eine lange und vielschichtige Geschichte franziskanischer Präsenz in der Stadt. Seit dem 13. Jahrhundert prägten verschiedene Zweige des Ordens das religiöse und kulturelle Leben Münsters, wobei sich ihre Niederlassungen über die Jahrhunderte hinweg entwickelten und wandelten.
Geschichte+
Lage+
Das Franziskanerkloster befindet sich in der Stadt Münster, die im Bundesland Nordrhein-Westfalen in Deutschland liegt.
Vor Ort+
Die ehemaligen Klosterkirchen der Minoriten und Observanten werden heute als evangelische Kirchen genutzt, wobei die Observantenkirche auch als Konzertkirche dient. Die Minoriten kehrten nach der Säkularisation nicht nach Münster zurück. Die Franziskaner-Observanten gründeten im 19. Jahrhundert ein neues Kloster, dessen Nutzung nach der Schließung im Kulturkampf nicht vollständig aus den Fakten hervorgeht.
In der Naehe+
- Kettelersche Kurie (Residenz, 261 m)
- Bischöfliches Palais (Residenz, 281 m)
- St.-Paulus-Dom (Sakralbau, 323 m)
- Landsbergsche Kurie (Residenz, 457 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Dietmar Rabich / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 51.9656, 7.6233