Kloster (aktiv), Wallfahrtskirche
Franziskanerkloster Marienthal

Das Franziskanerkloster Marienthal ist eine historische Klosteranlage mit einer bedeutenden Wallfahrtskirche im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen. Es liegt inmitten einer Lichtung und ist überregional als Ort der Andacht und Geschichte bekannt.
Geschichte+
Die Ursprünge des Wallfahrtsortes Marienthal reichen bis ins frühe 14. Jahrhundert zurück. Im Jahr 1309 soll die wundersame Heilung eines blinden Jägers vor einem Marienbild im Wald die Verehrung begründet haben. Für dieses Marienbild, eine Pietà, wurde 1313 eine Kapelle errichtet. Aufgrund des raschen Zustroms von Pilgern und vieler Berichte über Heilungen entstand ab 1326 eine größere Kirche, die am 8. September 1330 geweiht wurde. Zunächst wirkten dort Weltpriester. Im 15. Jahrhundert erlebte die Wallfahrt einen Rückgang, bis 1463 Brüder vom gemeinsamen Leben die Kirche übernahmen. Sie förderten einen geistlichen und wirtschaftlichen Aufschwung, unter anderem durch die Einrichtung einer Druckerei. Um 1550 verließen die Fraterherren Marienthal unter dem Einfluss der Reformation und wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Zwischen 1568 und 1601 waren Augustiner-Chorherren im Kloster ansässig. Im Jahr 1612 übernahmen Jesuiten die Anlage, erneuerten die Gebäude und führten die Wallfahrt zu neuer Blüte, die durch die Pestepidemie von 1626 im Rheingau verstärkt wurde. Der Dreißigjährige Krieg brachte jedoch auch Zerstörungen mit sich. Nach einer barocken Blütezeit endete diese Ära mit der Aufhebung des Jesuitenordens im Jahr 1773. Das Gnadenbild wurde nach Geisenheim verbracht, und der begonnene Abriss der Wallfahrtskirche wurde 1782 nach einem tödlichen Unfall eingestellt. Die Kirche blieb als Ruine erhalten. 1846 erwarb Fürst Metternich die Klosteranlage. In Zusammenarbeit mit dem Limburger Bischof Peter Joseph Blum und einem preußischen Adligen wurde die Kirche wiederhergestellt. Am 8. September 1858 kehrte das Gnadenbild in einer feierlichen Prozession zurück, und Bischof Blum weihte die Kirche erneut. Seit 1873, mit einer Unterbrechung während des Kulturkampfes, versehen Franziskaner die Pilgerseelsorge. Ihre Gemeinschaft wurde 1908 zu einem regulären Kloster erhoben.
Lage+
Das Kloster Marienthal befindet sich in einer Lichtung im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen, auf einer Höhe von etwa 200 Metern. Der Elsterbach fließt durch die Klosteranlage. Eine Verbindung zum nahegelegenen Geisenheimer Stadtteil Marienthal besteht über die Kreisstraße 984.
Vor Ort+
Die Klosteranlage beherbergt eine Niederlassung der Franziskaner, die die Pilgerseelsorge betreuen. Die Wallfahrtskirche ist ein zentraler Anziehungspunkt für Gläubige und Besucher.
In der Naehe+
- Kloster Nothgottes (Sakralbau, 1748 m)
- Schloss Hansenberg (Schloss, 1826 m)
- Schloss Schwarzenstein (Schloss, 2234 m)
- Abtei St. Hildegard (Rüdesheim) (Sakralbau, 2438 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: CCAA2007 / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 50.0108, 7.9469