Pfarrkirche, Pfarrhof, Lazarett, Schule
Franziskanerkloster Lenzfried

Das ehemalige Franziskanerkloster Lenzfried, ein geschütztes Baudenkmal in Bayern, befindet sich in Kempten und ist eine historische Stätte von Bedeutung. Die Anlage, die dem heiligen Bernhardin von Siena geweiht wurde, zeugt von einer bewegten Geschichte und beherbergt heute die Pfarrkirche St. Magnus.
Geschichte+
Die Initiative zur Gründung eines Franziskanerkonvents entstand 1458 durch Stadtpfarrer Leonhard Märklin. Fünf Ordensbrüder besiedelten die neue Gemeinschaft, die rasch Anerkennung in der Bevölkerung fand. Im Jahr 1461 erwarb Kaplan Ulrich Rist einen Gutshof in Lenzfried, um dort ein Kloster zu errichten, das der Oberdeutschen Ordensprovinz zugeordnet war. Die erste Klosterkirche und der Konvent wurden 1466 vom Augsburger Weihbischof dem heiligen Bernhardin geweiht. Aufgrund der Wirren des Schmalkaldischen und Deutschen Bauernkriegs verließen die Franziskaner das Kloster 1548. Bis 1643 diente das Gebäude als Zufluchtsort für Franziskanerinnen aus der Reichsstadt. Im Jahr 1649 kehrte ein Franziskanerkonvent mit zwölf Brüdern zurück und übernahm seelsorgerische Aufgaben in der Pfarrei. Die Franziskanerinnen bezogen im selben Jahr das gegenüberliegende Kloster St. Anna. Im Jahr 1663 wurden in der Klosterkirche drei neue Altäre geweiht. Ein Umbau zu einer Dreiflügelanlage erfolgte 1683 durch Hans Mayer. Ein neuer Hochaltar wurde 1748 aus Kloster Lechfeld erworben. Zwischen 1765 und 1767 wurde das Kloster unter Joseph Galler neu errichtet. Die Säkularisation führte 1805 zur endgültigen Auflösung des Klosters. Kirche und Klosteranlage blieben erhalten, wobei die Klosterkirche St. Magnus zur Pfarrkirche wurde. Die ehemaligen Klostergebäude dienten fortan als Pfarrhof, Lazarett ab 1814 und später als Schule. Zwischen 1892 und 1893 erhielt die Kirche einen Kirchturm, entworfen von Hugo Höfl. Seit 2002 besteht eine Pfarreigemeinschaft mit der Nachbarpfarrei St. Ulrich.
Lage+
Das Franziskanerkloster Lenzfried liegt in Kempten, einer Stadt im bayerischen Allgäu, Deutschland.
Vor Ort+
Die ehemalige Klosterkirche St. Magnus dient heute als katholische Pfarrkirche. Die dreigeschossige Klosteranlage, ein schlichter Dreiflügelbau mit einem südlichen Trakt, wurde im 19. Jahrhundert teilweise verändert. Die Klostermauer auf der Ostseite stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die Pfarrkirche ist ein spätgotischer Saalbau mit polygonalem Chorabschluss und quadratischem Turm, der eine zweigeschossige Empore aufweist. Die Josephskapelle wurde 1688 an den Hauptbau angefügt.
In der Naehe+
- Schloss Lenzfried (Schloss, ca. 104 m entfernt)
- Römerbad CAMBODVNVM (Camboduno) (Antike Bauten, ca. 921 m entfernt)
- Römisches Kastell CAMBODVNVM (Camboduno) (Antike Bauten, ca. 956 m entfernt)
- Römischer Tempel (Templum Iunonis) CAMBODVNVM (Camboduno) (Antike Bauten, ca. 1240 m entfernt)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Richard Mayer / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 47.7273, 10.3393