Amtsgericht, Staatliches Hochbauamt
Franziskanerinnenkloster Sta. Maria de Victoria
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Das ehemalige Franziskanerinnenkloster Sta. Maria de Victoria befand sich in Biberach an der Riß in Baden-Württemberg. Die Gründung des Konvents im Jahr 1365 markiert den Beginn einer langen Geschichte, die von städtischer Kontrolle und der Treue der Schwestern zu ihrem Glauben geprägt war. Heute beherbergen die verbliebenen Klostergebäude das Amtsgericht Biberach und eine Außenstelle des Staatlichen Hochbauamtes.
Geschichte+
Die Stadt Biberach, eine ehemalige freie Reichsstadt, war historisch bemerkenswert, da sich innerhalb ihrer Mauern keine Männerklöster dauerhaft etablieren konnten. Stattdessen sind zwei Frauenklöster belegt, darunter das Franziskanerinnenkloster Sta. Maria de Victoria, das seit 1365 existierte. Die Stadtverwaltung bekräftigte 1477 ihren Willen, die Entstehung weiterer Klöster zu verhindern und die Kontrolle über das Heilig-Geist-Spital und die Stadtpfarrkirche St. Maria und Martin zu behalten. Die Lebensgrundlage der Schwestern basierte auf Spenden, Vermächtnissen, steuerbefreitem Wachshandel und Webarbeiten. Im Jahr der Gründung stiftete Adelheid Schnell, die Witwe des Conz, eine Behausung für einen Konvent, der auf fünf Schwestern begrenzt war. 1406 erhielten die Schwestern die Regel des dritten Ordens der Franziskaner. Trotz der von der Stadt auferlegten Beschränkungen blühte das Kloster. 1467 wurde ein größeres Haus erworben und 1477 zählte der Konvent acht Schwestern. Ein interner Streit führte zur Einsetzung einer neuen Oberin durch die Stadt. 1490 erweiterten die Schwestern ihre wirtschaftliche Basis durch den Erwerb eines angrenzenden Gehöfts. Im Jahr 1524 erhielten sie ein „Gütlein“ in Langenschemmern als Jahrtagsstiftung.
Während der Reformation blieben die Schwestern ihrem Glauben treu und wurden daraufhin aus der Stadt verwiesen, fanden jedoch Zuflucht im Damenstift Buchau. Nach der Niederlage des Schmalkaldischen Bundes im Jahr 1546 und der Rückeroberung protestantischer Gebiete durch kaiserliche Truppen wurden die Schwestern gewaltsam in die Stadt zurückgebracht. 1647 konnte das Kloster der Stadt dreitausend Gulden leihen. Am 27. Juni 1697 erfolgte die Grundsteinlegung für ein neues Kloster und eine Kirche. Die erste Messe in der neu erbauten Klosterkirche wurde am 2. Juli 1699 gelesen. Der Ulmer Reichspostmeister Bernhardin von Pichlmayer stiftete den Hochaltar der Konventskirche, der am 30. September 1704 aufgestellt wurde. Die Versuche der Schwestern, umliegende Häuser zu erwerben, führten zu Auseinandersetzungen mit dem evangelischen Magistrat, die bis zum Reichshofrat in Wien reichten. Auch der Kauf der Biberacher Steigmühle und die Umwandlung der Kaplanei des Frauenklosters in eine Präzeptoratskaplanei im Zusammenhang mit der Gründung einer höheren lateinischen Lehranstalt im Jahr 1775 wurden vor dem Reichshofrat angefochten. Die Kirche des Franziskanerinnenklosters wurde im Frühjahr 1812 auf Befehl des Königs von Württemberg abgerissen.
Lage+
Das ehemalige Franziskanerinnenkloster befand sich in der Stadt Biberach an der Riß, einer Stadt in Oberschwaben, Baden-Württemberg, Deutschland.
Vor Ort+
Die ursprünglichen Konventsgebäude beherbergen heute das Amtsgericht Biberach sowie die Außenstelle Biberach des Staatlichen Hochbauamtes I Ulm. Die Klosterkirche wurde 1812 abgerissen.
In der Naehe+
- Schloss Mittelbiberach (Schloss, 3404 m)
- Schloss Warthausen (Schloss, 3519 m)
- Schloss Königshofen (Schloss, 4654 m)
- Schloss Ummendorf (Schloss, 5201 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 48.1003, 9.7899