KlosterKempten

Franziskanerinnenkloster St. Anna (Kempten)

Franziskanerinnenkloster St. Anna (Kempten)

Klosteranlage, Kapelle öffentlich zugänglich

Das ehemalige Franziskanerinnenkloster St. Anna in Kempten, Bayern, ist ein historisches Baudenkmal, dessen Ursprünge bis ins frühe 16. Jahrhundert zurückreichen. Es zeichnet sich durch seine wechselvolle Geschichte und seine Bedeutung als einer der ersten monumentalen Klosterbauten in Deutschland nach dem Dreißigjährigen Krieg aus.

Geschichte+

Die franziskanischen Terziarinnen gründeten ihren ersten Konvent am Neustätter Tor im Jahr 1502, dessen Kirche 1508 geweiht wurde. Aufgrund der Reformation verweigerten die Schwestern 1537 die Abkehr vom katholischen Glauben und flohen nach Schloss Schwabelsberg. Neun Jahre später, 1546, verkauften sie das Kloster am Freudenberg an den Rat der Reichsstadt. Mauerreste dieses ersten Standortes wurden 2011 bei Bauarbeiten entdeckt. Im Jahr 1548 bezogen die Schwestern vorübergehend das Franziskanerkloster St. Bernhardin in Lenzfried. Nach ihrer Rückkehr nach Lenzfried 1642 bewohnten Franziskaner und Franziskanerinnen einige Jahre gemeinsam das Kloster, bis die Terziarinnen 1649 in das fertiggestellte St.-Anna-Kloster auf der gegenüberliegenden Straßenseite umzogen und eine Studienanstalt zur Ausbildung von Franziskanerinnen gründeten. Nach der Auflösung der Gemeinschaften 1805 und einer Nutzung als Militärhospital von 1813 bis 1815 wurde das Kloster 1821 an die Gemeinde Sankt Mang verkauft. 1857 belebten die Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau das Frauenkloster neu und richteten ein Waisenhaus sowie eine Schule ein. Zwischen 1882 und 1932 beherbergte das Kloster die Fortbildungsschule Institut Lenzfried. Später diente es als Umsiedlungslager, Heim der Hitlerjugend und französisches Lager, bevor 1943 ein Hilfskrankenhaus der Barmherzigen Schwestern dort eingerichtet wurde.

Lage+

Das Kloster St. Anna befindet sich in Kempten im Allgäu, einer Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben in Deutschland.

Vor Ort+

Die Klosteranlage präsentiert sich heute als zweigeschossige Dreiflügelanlage mit Zwerchhäusern, deren Kern aus den Jahren 1647/49 stammt. Der Südflügel wurde 1899 erweitert. Eine barocke Klostermauer mit Blendbögen umgibt den nördlichen Bereich. Die 1648 geweihte Klosterkapelle St. Anna, ein kleiner Saalbau mit eingezogener Apsis und Dachreiter, wurde 1733 umgestaltet. Nach einer Zeit als Heustadel wurde sie 1857 wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung zugeführt. 1894 wurde der Dachreiter erneuert, und 1927/28 erfolgte eine umfassende Restaurierung, bei der Deckenbilder im klassizistischen Stil erneuert und neu geschaffen wurden. Der Hochaltar zeigt die kindliche Maria mit ihren Eltern Anna und Joachim. Die Kapelle ist heute der Öffentlichkeit zugänglich.

In der Naehe+
  • Kloster Lenzfried (Sakralbau, ca. 136 m entfernt)
  • Schloss Lenzfried (Schloss, ca. 204 m entfernt)
  • Römerbad CAMBODVNVM (Camboduno) (Antike Bauten, ca. 852 m entfernt)
  • Römisches Kastell CAMBODVNVM (Camboduno) (Antike Bauten, ca. 902 m entfernt)

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: not stated / Public domain via Wikimedia Commons

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 47.7282, 10.3384