Die Festung kann besichtigt werden
Festung Willemstad

Im Jahre 1561 erteilt Jan IV. van Lymes, Marquis von Bergen op Zoom, den Auftrag, die ausgetrockneten Groden im äußersten Nordwesten seines Marquisats einzupoldern. Der Polder wird 1564 fertig gestellt und erhält den Namen Ruygenhil. Ein paar Jahre später wird ein Dorf errichtet, das ebenfalls Ruygenhil genannt wird. Als sich der Nachfolger des Marquis, Jan van Wittem, 1581 öffentlich auf die Seite der Spanier schlägt, beschließen die Staaten von Brabant, Wilhelm von Oranien das Gebiet als Kompensation für seine Besitzungen, die er während des Achtzigjährigen Krieges verloren hatte, zu schenken. Aufgrund der strategisch günstigen Lage beschließt Wilhelm von Oranien 1583, das Dorf in eine Festung auszubauen. Die Arbeiten hierzu beginnen noch im selben Jahr. Das Dorf Ruygenhil ist fortan als ‚Willems’stad’ (‚Wilhelms’ Stadt’) bekannt.
Wilhelm von Oranien soll die Fertigstellung der Festung nicht mehr miterleben. Er wird am 10. Juli 1584 in Delft ermordet. Sein Sohn, Prinz Moritz, vollendet die Umwallungen und drückt ihrer Gestaltung seinen persönlichen Stempel auf. Er ist es auch, der dem Dorf 1586 das Stadtrecht verleiht. Mit seiner finanziellen Unterstützung werden drei wichtige Gebäude in Willemstad errichtet. 1587 entsteht so das Rathaus am Hafen, 1607 die Kuppelkirche und 1623 der „Princehof”, heute bekannt als „Mauritshuis".
Die sieben nach den damaligen Provinzen benannten Bastionen der Festung erinnern an die spannenden Momente der Geschichte. So stattet Napoleon Willemstad einen Besuch ab und lässt ein Pulverhaus auf der Bastion Utrecht bauen. Auf anderen Bastionen finden Sie u. a. Spuren des Ersten und Zweiten Weltkriegs. 1926 verliert Willemstad seinen Status als Garnisons- und Festungsstadt. 1970 wird Willemstad unter Denkmalschutz gestellt. Heute ist es eine der schönsten noch erhaltenen Festungsstädte der Niederlande.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
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