FestungKoblenz-Karthause

Festung Koblenz-Feste Kaiser Alexander

Festung Koblenz-Feste Kaiser Alexander

Die Festung kann besichtigt werden

Die Feste Kaiser Alexander war Teil der preußischen Festung Koblenz und das Hauptwerk des Systems Feste Kaiser Alexander. Die Festung im heutigen Koblenzer Stadtteil Karthause wurde 1822 fertiggestellt. Nach ihrer Schleifung 1922 wurden die letzten große Überreste des Festungswerk 1964 gesprengt. Nur das Haupttor, das sogenannte Löwentor, Reste des Kehlreduits und Teile der krenelierten Mauer westlich des Tores sind erhalten geblieben. Die Gesamtanlage war etwa dreimal größer als die in der gleichen Zeit neu entstandene Festung Ehrenbreitstein. Sie erhielt ihren Namen nach Zar Alexander I., einem Verbündeten Preußens in der Heiligen Allianz gegen Napoleon in den Befreiungskriegen.

Während des Ersten Koalitionskriegs wurde 1792 die Stadt Koblenz und die Festung Ehrenbreitstein vom kurtrierischen General Clemens Freiherr von Wenz verteidigt. Gegen die heranrückende französische Revolutionsarmee unter General Adam-Philippe de Custine ließ der damalige preußische Major Ernst von Rüchel oberhalb der Stadt nahe dem Kartäuserkloster Schanzen aufwerfen. Aus Angst vor den Franzosen rissen Bauern die Befestigungen zunächst wieder ein, nach der Neuerrichtung wurden sie von 160 Soldaten besetzt. Hier entstand 30 Jahre später die riesige Feste Kaiser Alexander.

Das schon 1814 von General Ernst Ludwig von Aster projektierte Werk wurde in den Jahren 1816 bis 1822 nach Plänen des Ingenieuroffiziers Claudius Franz Le Bauld de Nans erbaut. Am 24. November 1818 erhielt die Befestigung auf der Karthäuserhöhe ihren Namen nach Zar Alexander I. Mit einer Größe von 550x500 Metern war sie die größte Anlage innerhalb der Festung Koblenz.

Zur Verbesserung der Unterbringung der Soldaten wurde unterhalb des östlichen Glacis der Festung ab 1870 die Spitzberg-Kaserne errichtet, zunächst als Barackenkaserne später als Fachwerkkaserne. Das System Feste Kaiser Alexander mit seinen veralteten Festungen wurde 1903 aufgegeben, die Anlagen blieben aber vorerst unter militärischer Verwaltung. Auf dem riesigen Exerzierplatz südlich der Feste Kaiser Alexander landete am 7. Oktober 1909 das erste Luftschiff Parseval 3. Hieraus entstand das 1913 offiziell eröffnete Flugfeld Koblenz-Karthause, auf dem im selben Jahr im Rahmen des Prinz-Heinrich-Flugs erste Flugzeuge landeten. Das Flugfeld wurde 1965 geschlossen und der Flugbetrieb mit Eröffnung des Flugplatzes Koblenz-Winningen 1971 nach Winningen verlegt.

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Feste Kaiser Alexander, wie auch die anderen Koblenzer Festungswerke, in Ausführung des Artikels 180 des Versailler Vertrags entfestigt werden. Vorgesehen waren sehr weitreichende Arbeiten, wie z.B. die Beseitigung aller Kaponnieren, Batterien und Pulvermagazine sowie die Zerstörung diverser Hohlgänge und -räume. Alle Grabenmauern wurden zerstört, die Wälle und Gräben an zwanzig Stellen mit Breschen versehen. Die Entfestigungsarbeiten an der Feste begannen etwa März/April 1922 und wurden am 22. Dezember des gleichen Jahres von Vertretern der Interalliierten Militär-Kontrollkommission abgenommen, welche die Arbeiten zuvor argwöhnisch beobachtet hatten. Während der französischen Besetzung im Rahmen der alliierten Rheinlandbesetzung wurde die Feste als Fort Verdun bezeichnet.

Erhalten blieben neben einer ausgedehnten Trümmerlandschaft das Kernwerk in Form zweier in sich geschlossener Reduits sowie das angrenzende sogenannte Löwentor, der ehemalige Haupteingang der Feste Kaiser Alexander. Da es sich bei den dargestellten Tieren um Greifen handelt, ist die Bezeichnung aber irreführend.

Das Gelände wurde schon während der Entfestigungsarbeiten durch die Stadt Koblenz in Teilen reguliert, da hier ein neues Wohngebiet entstehen sollte. Allerdings ging die Liegenschaft erst zum 1. Januar 1934 in den Besitz der Stadt über; die Ansiedlung begann wenig später. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Bautätigkeit zunächst eingestellt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg dienten auch die erhaltenen Reduits der Feste Kaiser Alexander als Notunterkunft für ausgebombte Familien. Wie auch bei den anderen Festungsteilen entstand hier allerdings eines von vielen Koblenzer Elendsvierteln. Um die katastrophalen Zustände zu beseitigen, wurden die Bauten schließlich 1961/62 geräumt und 1964 gesprengt, so dass heute nur noch die Reste der äußeren Mauer des Reduits sowie das Löwentor erhalten sind. Daneben zeichnen sich die Reste der Wälle im Gelände ab. Den Grundriss der Festung kann man im Straßenverlauf noch sehr gut erkennen. Das Löwentor wurde 1982 saniert und dabei Beschädigungen ausgebessert.

System Feste Kaiser Alexander+

Das System Feste Kaiser Alexander bestand neben dem Hauptwerk Feste Kaiser Alexander aus diesen weiteren Festungsanlagen:

  • Fort Großfürst Konstantin
  • Batterie Hübeling
  • Moselbatterie
  • Schanze Großfürst Alexander

Hauptaufgabe des Systems war die Sicherung des sogenannten Hunnenkopfes und damit die Sicherung der Stadt Koblenz vor direktem Beschuss von den Höhen im Süden. Das Fort Großfürst Konstantin war durch einen Hohlgang (Kommunikation) mit der Feste Alexander verbunden.

Die Batterie Hübeling und das Fort Großfürst Konstantin sind heute noch in großen Teilen erhalten. Von der Schanze Großfürst Alexander und der Moselbatterie existieren keine Reste mehr.

Löwentor+

Das Löwentor stand ursprünglich mit der Stirnseite über der Eskarpemauer, der inneren Wand des die Festung umgebenden Grabens. Bei dem ehemaligen Haupttor handelt es sich um einen hohen lagernden einheitlichen Baublock. Dieser wird nach oben durch einen umlaufenden Rundbogenfries auf dimantierten Würfelkonsolen und darüber einem Zinnenkranz abgeschlossen.

In der Mitte des Blocks befindet sich die stichbogige Toröffnung in einer halbkreisförmigen von dimantierten Quardern eingefassten Nische. Flankiert wird die Toröffnung von zwei monumentalen Greifenreliefs aus Gusseisen, die in der Sayner Hütte nach den Entwürfen von General Ernst Ludwig von Aster entstanden sind, und jeweils zwei übereinanderliegende Gewehrscharten in der Frontmauer. Dahinter im Durchgang befinden sich zwei hölzerne Torflügel mit gitterförmigen Eisenbeschlägen.

Die ehemalige Innenseite des Löwentors ist triumpfbogenartig mit drei rundbogigen Blendarkaden zwischen einfachen Pfeilern aufgebaut. In der mittleren Blendarkade mündet der Durchgang in die ehemalige Festung, rechts und links sind Fenster zu den flankierenden Wachstuben eingelassen. An der Nordwestecke im Inneren führt eine Wendeltreppe aufs Dach.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:L%C3%B6wentor_Koblenz_2013.jpg

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 50.3478, 7.5800