Das Fort kann besichtigt werden
Festung Antwerpen-Fort Breendonk

Die Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete Festung Fort Breendonk bei Willebroek in Belgien wurde im Rahmen des Westfeldzuges im Mai 1940 von der Wehrmacht erobert. Belgien kapitulierte; am 22. Juni 1940 schloss auch Frankreich den kapitulationsgleichen Waffenstillstand von Compiègne (1940).
Die deutsche Geheime Staatspolizei (Gestapo) richtete im September 1940 im Fort das Auffanglager Breendonk ein. Das Lager wurde zum Zentrum der Gestapo-Aktivitäten des Sicherheitsdienstes in Belgien und Nordfrankreich bis zu seiner Befreiung im Herbst 1944. Bis zur Auflösung nach der Befreiung wurden dort mindestens 3.532 Menschen inhaftiert, nur 458 davon überlebten die Torturen.
1947 beschloss das belgische Parlament einstimmig die Gründung der Nationalen Gedenkstätte Festung Breendonk als einer unabhängigen Einrichtung. Davor diente es zeitweise auch als staatliches Internierungslager. Die Gedenkstätte widmet sich seitdem der Erinnerung an die Geschehnisse in dem KZ-Sammellager sowie der baulichen Erhaltung der Festung und der dort aufbewahrten Gegenstände. Man kann im Rahmen einer Ausstellung unter anderem Zellen und Einzelzellen besichtigen.
Das Festungsbauwerk+
Das Fort Breendonk war ursprünglich Teil des belgischen Verteidigungsgürtels von Antwerpen (Festung Antwerpen) und liegt zwischen den Nachbarforts Liezele im Westen und Walem im Osten. Es lag ursprünglich im Gebiet der Gemeinde Breendonk, nach der es benannt ist. Durch den Bau der Autobahn A 12 wurde der Teil der Gemeinde mit dem Fort abgetrennt und in die Gemeinde Willebroek eingegliedert. Baubeginn für das Fort war im Jahr 1906. Als der Erste Weltkrieg begann, war der Bau noch nicht abgeschlossen, aber gleichwohl technisch schon überholt (siehe Brisanzgranate).
Der Gebäudekomplex erstreckt sich über ungefähr 260 m Länge und eine Breite von 106 m. Er ist umgeben von einem 40 bis 50 m breiten Wassergraben (durchschnittliche Tiefe 2,75 m). Das Fort wird weitgehend von Erde bedeckt (9,75 m maximale Höhe der Schichten).
Als Bewaffnung war das Fort zu Beginn mit sieben gepanzerten Kuppeln ausgestattet: deren Kanonen/Haubitzen hatten Kaliber zwischen 7,5 cm und 15 cm. Vierzehn 57-mm-Schnellfeuerkanonen dienten der Nahabwehr von Infanterieangriffen.
1940 war das Fort belgisches Hauptquartier, in dem am 10. Mai, um 8:30 Uhr, König Leopold III. eintraf. Von dort aus sendete er seine Proklamation an das belgische Volk. Dort empfing er auch die Kommandanten der südlich stehenden französischen 7. Armee und der britischen Streitkräfte im Norden. Am Nachmittag des 17. Mai wurde das Hauptquartier weiter nach Sint-Denijs-Westrem bei Gent verlegt. (Der König blieb in der Folge in Belgien; die Regierung floh nach London ins Exil)
Breendonk II+
Nach der Befreiung Belgiens (4. September 1944) wurde das Fort zum Gefängnis für Kollaborateure. Zunächst sperrten die Anhänger des lokalen Widerstands dort die „Inciviques“ (etwa: als unzuverlässig betrachtete Mitbürger) ein. Es kam während dieser Zeit zu unrechtmäßigen Übergriffen an den Gefangenen. Am 10. Oktober 1944 wurde die vollständige Räumung des Lagers angeordnet: die Gefangenen wurden zur Dossin-Kaserne nach Mechelen überführt.
Anschließend wurde das Fort zum offiziellen Internierungslager des belgischen Staates. Durch Gesetz vom 19. August 1947 wurde es zur nationalen Gedenkstätte.
Nimm Mobile Geschichte mit auf die Reise
Diesen Text liest du gerade kostenlos. Mit Premium kommt dazu, was unterwegs zählt: Beschreibungen vorlesen lassen, Objekte durch die Kamera finden, Regionen offline mitnehmen.
- Alle Beschreibungstexte, auch die der ~17.700 Premium-Objekte
- Audio-Guide: Beschreibungen unterwegs vorlesen lassen
- AR-Sucher: Objekte durch die Kamera sehen, mit Entfernung und Richtung
- Unbegrenzte Merkliste
14 Tage kostenlos testen, danach ab 2,99 € im Monat. Jederzeit kündbar.
Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: JoJan / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 51.0564, 4.3414