Die Burg kann besichtigt werden
Donjon de Bazoges-en-Pareds

Der Donjon de Bazoges-en-Pareds ist ein mittelalterlicher Bergfried im Dorf Bazoges-en-Pareds im Département Vendée (Region Pays de la Loire) im Westen Frankreichs, im Herzen des Bocage.
Die Seigneurie wird erstmals 1056 mit Thibaut Luneau (dominus de Basogis) erwähnt. Die Familie Luneau besaß das Anwesen; 1090 schenkten ihre Söhne die Burgkirche den Mönchen von Vouvant. Um 1370 heiratete Marie Luneau Jehan (Jean) Girard, wodurch die Seigneurie an die einflussreiche Familie Girard (mit Verbindungen nach La Rochelle und zum französischen Hof) gelangte. Während des Hundertjährigen Krieges wurde Jehan Girard 1380 von seinem Suzerain (Guillaume de Parthenay / de Vouvant) angewiesen, den Ort zu befestigen. Der heutige rechteckige Bergfried entstand zwischen 1380 und der Mitte des 15. Jahrhunderts und diente zugleich als Wehranlage und als seigneuriale Residenz. Die Familie Girard blieb über Generationen bedeutend. Nach der Ermordung von Jean III. Girard 1563 ging das Anwesen an seinen Schwiegersohn Charles Poussard du Vigean über. Der Donjon entging den „Colonnes infernales“ vom 30. Januar 1794 (obwohl Teile des Dorfes und der Kirche brannten) und verfiel später.
Ursprünglich war der Bergfried Teil einer größeren befestigten Anlage mit Türmen, Gräben und der Kirche Notre-Dame de l’Assomption (deren Nordmauer noch Befestigungselemente aufweist). Der rechteckige Turm erhebt sich etwa 30 Meter hoch und umfasst rund acht Ebenen. Eine Wendeltreppe mit 83 Stufen führt durch fünf eingerichtete Stockwerke zum Wehrgang, der einen 360°-Panoramablick über den Vendée-Bocage bietet. Im Inneren finden sich dekorierte Kamine (besonders in den seigneurialen Gemächern), profilierte Türrahmen, ogivale Fensterdekorationen und skulptierte Triloben an den Maschikulis – eine Verbindung von Wehrhaftigkeit und Wohnkomfort.
Als Monument historique 1927 (in stark verfallenem Zustand) und erneut 2003 eingetragen, wurde der Donjon 1989 von der Gemeinde erworben und zwischen 1990 und 1995 vollständig restauriert. Seit August 1995 ist er der Öffentlichkeit zugänglich. Neben dem Bergfried können Besucher einen zeitgenössischen Garten mittelalterlicher Inspiration (rund 3.000 m², ausgezeichnet als „Jardin Remarquable“) mit etwa 300 mittelalterlichen Pflanzen und einem Taubenhaus aus dem 16. Jahrhundert sowie ein Museum für Kunst und Volkstraditionen erkunden. Der Ort bietet saisonale Öffnungszeiten, geführte und freie Besichtigungen, interaktive Aktivitäten und gelegentliche Mittelalterfeste.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Carabas1 · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
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Lage: 46.6564, -0.9151