Die Gründung des Dominikanerklosters St. Paulus in Worms erfolgte im Jahr 1929, wobei es die Kirche und die angrenzenden Gebäude des früheren Stifts St. Paulus nutzte. Eine frühere Dominikanerniederlassung existierte bereits von 1226 bis 1802, bevor sie im Zuge der Säkularisation aufgelöst wurde. In den 1920er Jahren bekundete die Ordensprovinz Teutonia der Dominikaner erneut Interesse an einer Präsenz in Worms. Dies führte 1925 zur Umsetzung einer neuen Niederlassung. Die St.-Paulus-Kirche, die zuvor museal genutzt wurde, erfuhr eine Renovierung und erhielt einen Altar aus der St.-Peter-Kirche in Herrnsheim, bevor sie am 16. Mai 1929 neu geweiht wurde. Im Jahr 1933 zählte der Konvent zwölf Mitglieder. Während der Zeit des Nationalsozialismus war die Arbeit der Dominikaner eingeschränkt, da sie von den Machthabern als ideologische Gegner betrachtet wurden. Die Reaktionen auf öffentliche Äußerungen, insbesondere Predigten, waren unvorhersehbar; während einige ohne Folgen blieben, führte andere zu Schutzhaft. Im Zweiten Weltkrieg wurden Kirche und Konventsgebäude bei Luftangriffen auf Worms beschädigt, wobei die Kirche am 21. Februar 1945 zerstört wurde und erst ab 1947 wieder genutzt werden konnte. 1965 umfasste der Konvent dreizehn Mitglieder, doch die Zahl nahm in den folgenden Jahren stetig ab. 1988 wurde das Kloster als „domus formata“ eingestuft, mit einem vom Provinzial ernannten Superior anstelle eines gewählten Priors. Nach einer baulichen Sanierung der Klausur wurde 1993 das Noviziat der Ordensprovinz Teutonia von Warburg nach Worms verlegt, wodurch die Niederlassung wieder zum Konvent mit sieben Mitgliedern erhoben wurde. Auch 2002 zählte der Konvent sieben Angehörige und vier Novizen. Ende 2023 sank die Zahl auf drei Konventsangehörige. 2023 wurde die Novizenausbildung an den Dominikanerkonvent St. Maria in Vechta abgegeben. Angesichts der geringen Mitgliederzahl und günstigerer baulicher Voraussetzungen in der Mainzer Niederlassung beschloss das Provinzialkapitel die Aufgabe des Klosters in Worms. Am Ostermontag, dem 1. April 2024, verabschiedeten sich die Dominikaner aus Worms.
Dominikanerkloster St. Paulus

Das Dominikanerkloster St. Paulus in Worms, Rheinland-Pfalz, ist ein historischer Sakralbau, dessen Geschichte eng mit der Stadt verbunden ist. Es repräsentiert eine bedeutende kulturelle und religiöse Stätte in der Region.
Geschichte+
Lage+
Das Dominikanerkloster St. Paulus befindet sich in der Stadt Worms, die im Bundesland Rheinland-Pfalz in Deutschland liegt.
Vor Ort+
Die Klosterangehörigen waren in der St.-Paulus-Kirche durch Gottesdienste, Predigten und Seelsorge aktiv. Zudem engagierten sie sich seit 1997 in der Seelsorge im Klinikum Worms und anderen Einrichtungen sowie seit 1993 in der Gefängnisseelsorge in der Justizvollzugsanstalt Darmstadt. Im Kreuzgang von St. Paulus fanden kulturelle Veranstaltungen statt.
In der Naehe+
- Schloss Heylshof (Schloss, 421 m)
- Schloss Herrnsheim (Schloss, 4129 m)
- Schloss Kleinniedesheim (Schloss, 5756 m)
- Schloss Pfeddersheim (Schloss, 6681 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Immanuel Giel / CC BY 3.0 via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 49.6307, 8.3656