Kloster (aktiv)
Dominikanerkloster St. Johannis

Das Dominikanerkloster St. Johannis, ein bedeutendes Kulturdenkmal in Hamburg, liegt im Stadtteil Barmbek-Süd und ist baulich mit der Kirche St. Sophien verbunden. Es ist den beiden Heiligen Johannes dem Täufer und Johannes dem Evangelisten geweiht und repräsentiert eine gelungene Verbindung aus traditioneller und moderner Architektur.
Geschichte+
Die Ursprünge des Klosters reichen bis ins Jahr 1236 zurück, als ein Vorgängerbau am heutigen Rathausmarkt entstand. Nach einem Brand im Jahr 1314 erfolgte ein vollständiger Neubau. Im 16. Jahrhundert beherbergte das Kloster 41 Mönche und 13 Novizen. Mit der Einführung der Reformation im Jahr 1529 wurden alle katholischen Klöster in Hamburg aufgelöst. Die Gebäude des ehemaligen Klosters dienten danach verschiedenen Zwecken, unter anderem als Gelehrtenschule des Johanneums und als Unterkunft für Nonnen. Die Klosterkirche wurde bis zur Franzosenzeit als evangelisches Gotteshaus genutzt, danach als Lagerraum, Turnboden und Exerzierplatz, bevor sie 1829 abgerissen wurde. Die restlichen Klostergebäude wurden 1840/41 abgetragen. Seit 1962 ist der Dominikanerorden wieder in Hamburg präsent. Aufgrund der katholischen Diaspora-Lage entschied man sich für eine Anbindung an die Pfarrei St. Sophien in Barmbek, wo ein geeignetes Grundstück zur Verfügung stand. 1966 weihte Bischof Johannes von Rudloff das neue Kloster, das sechs Dominikanern übergeben wurde. Die Ordensleute engagieren sich in der Pfarrarbeit von St. Sophien, übernehmen Predigten in anderen katholischen Gemeinden Hamburgs und legen einen Schwerpunkt auf theologische Bildungsarbeit und Lebensberatung.
Lage+
Das Kloster St. Johannis befindet sich in Hamburg-Barmbek-Süd, an der Ecke Weidestraße und Elsastraße, unmittelbar neben der Kirche St. Sophien. Es liegt zentral in der Stadt Hamburg.
Vor Ort+
Der ringförmige Bau mit Backsteinfassaden und brutalistisch beeinflussten Traufkanten wurde von 1964 bis 1966 von den Architekten Rau, Bunsmann und Scharf errichtet. Der Entwurf berücksichtigte einen Tiefbunker am Grundstücksrand. Das maximal dreigeschossige Gebäude wirkt von außen schlicht, da der nahezu fensterlose Kreuzgang im Inneren entlang der Außenseite verläuft und die meisten Räume zum Innenhof ausgerichtet sind. Dieser Hof ist zur Apsis der Kirche hin geöffnet und dient als Klostergarten. Nur der Eingangsbereich und der Veranstaltungssaal verfügen über größere Fensterflächen nach außen. Im Erdgeschoss und Tiefparterre befinden sich Gastzimmer, Gemeinschafts- und Speiseräume, Sprechzimmer, Pfarreiräume und eine Bibliothek, die als wissenschaftliche Bibliothek der AKThB angehört. Die oberen Stockwerke beherbergen die Wohnräume für bis zu 13 Ordensbrüder. Eine fünfeckige, nach Nordosten ausgerichtete Klosterkapelle ist über das Treppenhaus erreichbar. Die Eingangstür ist mit einer Aluminiumverzierung von Hermann Stehr versehen, der auch die Plastik „Große Predigt I“ im Innenhof gestaltete. Im Inneren finden sich Bilder von Karl Goris, Gerd Winner, Albert Reck und Jes Bundsen. Die Kapelle wird von einem modernen Altar von Rudolf Krüger dominiert und beherbergt ein Gemälde aus dem 18. Jahrhundert von Johann Christoph Achert.
In der Naehe+
- Neuer Mariendom (Sakralbau, 2817 m entfernt)
- Palais Görtz (Residenz, 4560 m entfernt)
- Herrenhaus Wellingsbüttel (Herren- und Gutshaus, 7452 m entfernt)
- Adelssitz Wilhelmsburg (Residenz, 10290 m entfernt)
Nimm Mobile Geschichte mit auf die Reise
Diesen Text liest du gerade kostenlos. Mit Premium kommt dazu, was unterwegs zählt: Beschreibungen vorlesen lassen, Objekte durch die Kamera finden, Regionen offline mitnehmen.
- Alle Beschreibungstexte, auch die der ~17.700 Premium-Objekte
- Audio-Guide: Beschreibungen unterwegs vorlesen lassen
- AR-Sucher: Objekte durch die Kamera sehen, mit Entfernung und Richtung
- Unbegrenzte Merkliste
14 Tage kostenlos testen, danach ab 2,99 € im Monat. Jederzeit kündbar.
Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Dirtsc / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 53.5796, 10.0348