KlosterMagdeburg

Dominikanerkloster Magdeburg (Paulinerkloster)

Dominikanerkloster Magdeburg (Paulinerkloster)

Justizzentrum, städtische Bebauung und Infrastruktur

Das Dominikanerkloster in Magdeburg, auch als Paulinerkloster bekannt, war eine bedeutende Niederlassung des Dominikanerordens in Sachsen-Anhalt. Es wurde im 13. Jahrhundert gegründet und prägte über drei Jahrhunderte das geistliche Leben der Region. Benannt nach dem Apostel Paulus, dessen Patrozinium die Klosterkirche trug, war es ein Zentrum der Gelehrsamkeit und Spiritualität.

Geschichte+

Die Dominikaner ließen sich bereits um 1224 in Magdeburg nieder und bezogen zunächst für kurze Zeit die Neustadt, bevor sie 1225 einen Hof westlich des Breiten Wegs erwarben. Dort, unweit der Stiftskirche St. Sebastian, entstand der Konvent mit seiner Klosterkirche. Erzbischof Albrecht förderte die Ansiedlung und wies den Paulinermönchen die benötigten Flächen zu. Die Klosterkirche wurde zügig errichtet und war spätestens 1248 vollendet. Im 13. Jahrhundert entwickelte sich das Kloster zu einem intellektuellen Zentrum, das ein Studium Generale für die sächsische Dominikanerprovinz beherbergte und Persönlichkeiten wie den Mystiker Wichmann von Arnstein anzog. Auch Mechthild von Magdeburg stand unter seinem Einfluss. Im Jahr 1284 war die Klosterkirche Schauplatz eines Mordes an Ritter Falke von Reder, der von Erzbischof Erich in Auftrag gegeben wurde. Im 14. und 15. Jahrhundert litt das Kloster unter einem allgemeinen Rückgang der Disziplin, was 1456 zu einer Ordensreformation führte. Das Kloster bestand bis ins 16. Jahrhundert, wobei die Klosterkirche bis 1895 weitergenutzt wurde.

Lage+

Das ehemalige Klostergelände befand sich auf der Westseite des Breiten Wegs in Magdeburg, südlich der historischen Altstadt im Bereich der Stiftsfreiheit. Es erstreckte sich westlich bis zur Prälatenstraße. Heute nimmt der nördliche Teil des Justizzentrums Magdeburg sowie Areale nördlich davon, südlich der Leiterstraße, das frühere Klostergebiet ein.

Vor Ort+

Von den ursprünglichen Klostergebäuden sind heute lediglich der Domkeller und zwei Eingangsportale erhalten geblieben. Die nachfolgende Paulinerkirche, die bis 1895 genutzt wurde, existiert ebenfalls nicht mehr. Das Areal ist heute Teil der städtischen Bebauung und Infrastruktur.

In der Naehe+
  • Sankt-Sebastian-Kirche (117 m)
  • Freihaus Domplatz (152 m)
  • Königliches Palais (Domdechanei) (271 m)
  • Knaut Palais (277 m)

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Matthäus Merian (zugeschnitten und Bildbeschriftung verschoben: Rabanus Flavus) / Public domain via Wikimedia Commons

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 52.1271, 11.6328