Mauerreste, frei zugänglich
Dominikanerinnenkloster Cronschwitz, Wünschendorf/Elster

Das ehemalige Dominikanerinnenkloster Cronschwitz, gelegen in Wünschendorf/Elster im Landkreis Greiz, Thüringen, war einst das wohlhabendste Adelsstift des Vogtlandes. Heute zeugen lediglich Mauerreste von der einstigen Pracht dieses bedeutenden Sakralbaus.
Geschichte+
Die Gründung des Klosters erfolgte im Jahr 1238, initiiert von Jutta aus dem Geschlecht der Herren von Straßberg, die auch die erste Priorin wurde. Ihr Gemahl, Heinrich IV., Vogt und Herr über Plauen und Gera, trat 1237 in den Deutschen Orden ein, was die Scheidung des Paares zur Folge hatte. Zur Sicherung von Juttas Unterhalt wurde das Kloster Cronschwitz ins Leben gerufen. Nach seinem Tod wurde Heinrich IV. hier beigesetzt, wodurch das Kloster zur Grablege der Heinrichinger und zur Unterkunft für unverheiratete Töchter des vogtländischen Adels avancierte. Ursprünglich für den Magdalenerinnenorden gedacht, übernahm das Nonnenkloster die Regeln des Heiligen Augustinus und die Gewohnheiten eines römischen Dominikanerinnenklosters. Die Aufsicht oblag dem Dominikanerorden, während die weltlichen Belange anfänglich einem Vogt des Deutschen Ordens anvertraut waren, eine Regelung, die jedoch Mitte des 13. Jahrhunderts außer Kraft trat. Ein päpstlicher Schutzbrief wurde dem Kloster 1246 von Innozenz IV. verliehen. Durch die Mitgift adliger Frauen und weitere Stiftungen erlangte das Kloster beträchtlichen Reichtum an Besitztümern und Rechten, darunter Ländereien, Wälder und Einkünfte aus inkorporierten Pfarreien. Kostbare Kelche, Zeremonialgefäße und eine Reliquie des Heiligen Georg bereicherten den Klosterschatz. Während der Reformation verlor das Kloster an Bedeutung und wirtschaftlicher Stärke. Von 1542 bis 1544 wirkte Martin Luthers Schwager Hans von Bora als Verwalter. Die Klosteranlagen verfielen, und nach dem Auszug der letzten Nonnen wurde das Kloster 1544 verkauft.
Lage+
Das Kloster Cronschwitz befindet sich in der Gemeinde Wünschendorf/Elster im Landkreis Greiz, im Bundesland Thüringen, Deutschland.
Vor Ort+
Von den einstigen Klostergebäuden sind heute nur noch Mauerreste erhalten, die als Zeugen der Vergangenheit dienen.
In der Naehe+
- Kloster Mildenfurth (Sakralbau, ca. 1164 m entfernt)
- Rittergut Endschütz (Herren- und Gutshaus, ca. 2794 m entfernt)
- Osterburg (Burg, ca. 3500 m entfernt)
- Rittergut Liebschwitz (Herren- und Gutshaus, ca. 4190 m entfernt)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: MSKMueller (Diskussion) / Copyrighted free use via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 50.7904, 12.0977