KlosterBinsdorf

Dominikanerinnenkloster Binsdorf

Dominikanerinnenkloster Binsdorf

Pfarr- und Gemeindehaus, Wohnungen

Das ehemalige Dominikanerinnenkloster Binsdorf, gelegen in einem Ortsteil von Geislingen im Zollernalbkreis, Baden-Württemberg, ist ein historischer Sakralbau mit einer langen und wechselvollen Geschichte. Es entstand aus einer Beginenklause und entwickelte sich zu einem bedeutenden regionalen Zentrum, dessen Konventsgebäude heute noch erhalten ist und eine besondere denkmalpflegerische Bedeutung besitzt.

Geschichte+

Die Ursprünge des Klosters Binsdorf reichen bis etwa 1280 zurück, als es sich aus einer Beginenklause entwickelte, die auf dem Gelände einer älteren Burganlage der Grafen von Zollern ansässig war. Im Jahr 1312 stellte sich der Konvent unter den Schutz des Dominikanerordens, wobei die Betreuung durch die Dominikaner aus Rottweil erfolgte. Nach 1384 wurde das Kloster nach Katharina von Siena benannt. Der Konvent der Dominikaner-Terziarinnen umfasste neben der Priorin bis zu 16 Chorfrauen und ein bis zwei Laienschwestern, die verschiedene Ämter wie Gastmeisterin, Gärtnerin oder Kellermeisterin innehatten. Durch zahlreiche Schenkungen im 14. Jahrhundert avancierte das Kloster zu einem der größten Grundbesitzer der Region. Es pflegte überregionale Beziehungen, unter anderem zur Kartause Güterstein und zu Städten wie Rottenburg am Neckar und Augsburg. Trotz der Zugehörigkeit zu Vorderösterreich zeigten die Nonnen Sympathien für Württemberg, was sich in Ereignissen wie der Fluchthilfe für einen württembergischen Hauptmann 1525 und der Aufnahme württembergischer Mädchen 1545 zeigte, wofür sie jeweils bestraft oder verwarnt wurden. Auch während der Reformation gab es eine Verwarnung wegen eines reformationsfreundlichen Kaplans. Im 18. Jahrhundert gewährte das Kloster, das das Asylprivileg besaß, Verfolgten Schutz. Mit der Säkularisation fiel das Kloster 1806 an Württemberg und wurde aufgehoben. Ein Jahr später wurde es an die Binsdorfer Kirchenpflege als Pfarrhaus verkauft, wobei die verbliebenen Nonnen Wohnrecht und eine Rente erhielten, bis die letzte Schwester 1838 verstarb.

Lage+

Das Kloster Binsdorf befindet sich in Binsdorf, einem Ortsteil von Geislingen, im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg, Deutschland. Das Konventsgebäude liegt am östlichen Rand von Binsdorf und war einst Teil der Stadtbefestigung.

Vor Ort+

Das ehemalige Konventsgebäude des Klosters dient heute als Pfarr- und Gemeindehaus und beherbergt Wohnungen. Zusammen mit dem Klostergarten bildet es seit 2019 ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung. Das viergeschossige Gebäude, dessen Erdgeschoss von der Westseite ebenerdig zugänglich ist, während das Kellergeschoss vom Klostergarten aus über eine Treppe erreichbar ist, beinhaltet den von der Kirchengemeinde genutzten Markussaal. Die Struktur der ehemals 16 Klosterzellen ist weitgehend erhalten und wurde zu Wohnungen und dem Pfarrbüro umfunktioniert. Im Kellergeschoss zeugt ein Gewölbekeller von den Ursprüngen des Baus, und die Klosterküche ist mitsamt Ausstattung bewahrt geblieben. Zahlreiche historische Bodenbeläge, Stuckelemente sowie Türrahmen und -blätter sind überliefert. Das Gebäude, das die letzten beiden großen Stadtbrände überstand, zählt zu den ältesten Bauwerken des Ortes.

In der Naehe+
  • Schloss Geislingen (Schloss, 4453 m)
  • Kloster Kirchberg (Sakralbau, 6094 m)
  • Bueg Haigerloch (Römerturm) (Ruine, 7229 m)
  • Ruine Renfrizhausen (Ruine, 7378 m)

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Rainer Halama / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 48.3066, 8.7609