KlosterDetmold

Detmolder Augustinerkanonissen-Kloster

Detmolder Augustinerkanonissen-Kloster

Denkmal

Das ehemalige Augustinerkanonissen-Kloster in Detmold, bekannt als Marienanger, war einst ein bedeutendes religiöses Zentrum in Lippe, Nordrhein-Westfalen. Von seiner ursprünglichen spätgotischen Anlage ist heute lediglich ein Teil der Klosterpforte erhalten geblieben, die als Baudenkmal geschützt ist und von der einstigen Präsenz dieses Frauenklosters zeugt.

Geschichte+

Die Gründung des Klosters in Detmold erfolgte im Jahr 1453 als Filiale eines Schwesternhauses in Lemgo. Beide Gemeinschaften waren stark von der geistlichen Bewegung der Devotio moderna geprägt. Die Schwestern vom gemeinsamen Leben, auch „Süsterhaus“ genannt, nahmen zwischen 1456 und 1459 die Augustinerregel an. Im Jahr 1476 erlangte das Detmolder Haus seine Eigenständigkeit und wurde in den lokalen Pfarr- und Diözesanverband eingegliedert. Der Konvent umfasste bis zu 40 Frauen, die hauptsächlich aus Detmold und der umliegenden Region stammten. Eine Mater leitete die Gemeinschaft, während ein Geistlicher, Rector oder Pater genannt, für Beichte und Seelsorge zuständig war. Durch Wollweberei und Tuchherstellung erwirtschaftete das Kloster die Mittel, um seinen Bezirk zu erweitern, neue Bauten zu errichten und eine eigene Grundherrschaft aufzubauen, deren landwirtschaftliche Flächen vorwiegend nördlich und nordöstlich der Stadt lagen. Nach 1538 führte die Reformation in Detmold zu einem Rückgang der Konventualinnen und einem Verlust an Wirtschaftskraft. Ab 1560 war das Kloster gezwungen, Besitztümer zu veräußern. Graf Simon VI. hob das Kloster schließlich 1577 auf. Die letzte Konventualin verstarb 1615. Die Klostergebäude gingen danach in Privatbesitz und später in den Besitz von Fürstin Pauline zur Lippe über, die dort eine Kleinkinderbewahranstalt, ein Waisenhaus, ein Pflegeheim und ein Lehrerseminar einrichtete. Mit Ausnahme der Klosterpforte wurden die letzten Gebäude 1890 abgerissen. Die spätgotische Klosterkirche diente ab 1602 als erstes Schulgebäude des Gymnasium Leopoldinum und wurde später zu Bibliothekszwecken umgebaut. Von 1721 bis 1741 nutzte die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Detmold sie als Gottesdienstraum, bevor sie 1832 abgerissen wurde.

Lage+

Das Kloster befand sich in Detmold, einer Stadt im Kreis Lippe in Nordrhein-Westfalen, Deutschland.

Vor Ort+

Heute ist von der einstigen Klosteranlage lediglich ein Teil der Klosterpforte an der Schülerstraße in Detmold erhalten. Dieses Fragment steht unter Denkmalschutz und dient als sichtbares Zeugnis der historischen Bedeutung des Ortes.

In der Naehe+
  • Fürstliches Residenzschloss (Schloss, 293 m)
  • Neues Palais (Detmold) (Residenz, 487 m)
  • Herrenhaus Braunenbruch (Detmold) (Herren- und Gutshaus, 1949 m)
  • Herrenhaus Herberhausen (Detmold) (Herren- und Gutshaus, 2204 m)

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Jan Mathys / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 51.9343, 8.8806