Ausstellungs- und Konzertsaal, städtische Einrichtungen
Chorherrenkloster vom Hl. Geist, Memmingen

Das ehemalige Chorherrenkloster vom Heiligen Geist in Memmingen, Bayern, ist ein historischer Sakralbau, der heute als Baudenkmal geschützt ist. Seine Geschichte ist eng mit der Entwicklung der Stadt und der karitativen Versorgung ihrer Bewohner verbunden.
Geschichte+
Die Ursprünge des Klosters, das dem Heiligen Geist geweiht war, reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Es wurde vermutlich um 1210 durch den staufischen Reichslandvogt Graf Heinrich von Neuffen-Weißenhorn und seine Gemahlin Hedwig gestiftet. Sie richteten am östlichen Rand der Kernstadt ein Spital ein und übergaben es dem Hospitalorden der Chorherren vom Heiligen Geist aus Rom. Der Orden widmete sich der Pflege von Kranken und Obdachlosen sowie der Aufnahme von Schwangeren und Findelkindern. Nach einem Brand im Jahr 1223 erfolgte ein Wiederaufbau, bei dem das Kloster erstmals in einer städtischen Urkunde erwähnt wurde. Ab 1353 beteiligte sich der Stadtrat an der Verwaltung des Spitals, das 1365 in ein vom Orden geführtes Oberhospital und ein städtisches Unterhospital aufgeteilt wurde. Ein weiterer Brand im Jahr 1477 erforderte einen erneuten Wiederaufbau, bei dem die Spitalkirche zwischen 1480 und 1484 als gotische Hallenkirche neu errichtet wurde. 1484 wurde ein Turm angebaut. Zwischen 1709 und 1711 erfuhr die Kirche eine Barockisierung mit Stuck von Matthias und Michael Stiller sowie Deckengemälden von Johann Friedrich Sichelbein. Nach der Mediatisierung Memmingens und dem Übergang an Bayern im Jahr 1802 wurde das Kloster säkularisiert. Die Güter wurden 1803 versteigert und die letzten Chorherren verließen 1804 das Haus. Die Kirche diente zunächst als Holzlager, später als Güterhalle und wurde umfassend umgebaut. Im 20. Jahrhundert wurde das Gebäude als Hall- und Zollamt genutzt, bevor es ab 1947 teilweise als Ausstellungs- und Konzertsaal diente. Von 1998 bis 2003 wurde die Anlage denkmalgerecht saniert und restauriert.
Lage+
Das ehemalige Chorherrenkloster befindet sich in der Stadt Memmingen im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben in Deutschland.
Vor Ort+
Nach einer umfassenden Sanierung und Restaurierung zwischen 1998 und 2003 wird der Kirchenraum heute wieder als Ausstellungs- und Konzertsaal genutzt. Im Konventsgebäude sind verschiedene städtische Einrichtungen untergebracht.
In der Naehe+
- Palais Herman (Residenz, 240 m)
- Fuggerpalais (Residenz, 308 m)
- Antoniterkloster Memmingen (Sakralbau, 343 m)
- Stadtbefestigung Memmingen (Stadtbefestigung, 604 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Thomas Mirtsch / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 47.9861, 10.1828